Rezension „Das Anna-Phänomen – Petra Wodtke“

rezension

Hallo ihr Lieben,

es gibt mal wieder eine Rezension von mir. Diesmal geht es um „Das Anna-Phänomen“ von Petra Wodtke. Ich habe dieses Exemplar netterweise vom Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür 🙂

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Klappentext:

Anna schläft mit Max. Und mit Olli, Emil, Jan. Und manchmal knutscht sie auch mit Lisa. Aber dann stellt sie fest: Freunde hat sie eigentlich keine. Also beschließt sie, dass sich etwas ändern muss.

Anna wohnt in Berlin-Wedding. Sie ist in einer Beziehung mit Max, der auch ihr Nachbar und ihr Arbeitskollege ist. Außerdem hat sie Affären, One-Night-Stands und irgendwie auch ein gebrochenes Herz. Verpassen will sie nichts, doch gleichzeitig bemerkt sie, dass das, was sie bisher hatte, nicht mehr das ist, was sie glücklich macht. So verkörpert sie als Antiheldin das Phänomen einer ganzen Generation: Sie ist orientierungslos und spaßfixiert, ihre Beziehungen sind unverbindlich. Doch dann beschließt sie, sich auf die Suche nach einem neuen Ich zu begeben. Das Anna-Phänomen handelt vom Erwachsen-werden – davon, sich von sich selbst zu emanzipieren. Und vom ganz kleinen Versuch, glücklich zu sein.

Meine Meinung:

Als ich mich für dieses Buch entschieden habe, dachte ich, dass die Hauptfigur, Anna, wirklich versucht, etwas an ihrem Verhalten und ihren Beziehungen zu ändern. Zumindest hatte ich beim Klappentext den Eindruck, dass es darauf hinausläuft.

Doch ich muss (leider) sagen, dass sie zwar zwischendurch Momente hat, wo sie ihr eigenes Verhalten in Frage stellt, doch grundsätzlich ändert sie bis zur letzten Seite nichts an ihrem Verhalten.

Aber von vorn: Direkt der erste Satz lautet “ ‚Wie ist das für dich, Max zu betrügen, Anna?‘, fragt Olli.“ Wie ihr merkt: man ist direkt in der Geschichte drin. Es gibt kein langes Vorstellen der Charaktere. Man landet direkt in einer von vielen Affären, die Anna hat. Auf den ersten Blick wirkt sie sehr offen, lebensfroh, glücklich mit ihrem Leben. Aber von Seite zu Seite wird klar: so glücklich ist sie eigentlich gar nicht. Jeder sagt ihr, wie schön sie ist. Schön? Nein, schön findet sich Anna wirklich nicht. Was wahrscheinlich hauptsächlich an ihrer Narbe im Gesicht liegt, die sie schon ihr ganzes Leben mit sich rum trägt. Und vielleicht ist sie auch der Grund, warum Anna versucht, mit so ziemlich jedem Mann (mal abgesehen von Achim, einem verrückten Mann aus ihrem Haus) und auch einigen Frauen ins Bett zu springen. Oder zumindest ein bisschen rumzuknutschen. Das ist nichts Verwerfliches. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie das eigene Liebesleben auszusehen hat.

Begleitet man Anna weiter im Buch, fällt schnell auf, dass sie wirklich jede Situation – sei es auch nur ein Stau auf der Autobahn – nutzt, um ihre Lust zu befriedigen. Ihr scheint es nichts auszumachen, dass andere Leute sie erwischen könnten oder sogar offensichtlich zuschauen. Sie handelt in dieser Weise sehr gefühlsbetont.

Doch nach und nach wird klar, dass die Geschichten immer verworrener werden. Und durch verschiedene Entwicklungen der Männer in ihrem Leben (einer heiratet, der andere will mit ihr nichts mehr zu tun haben) wird ihr klar, dass sie ihr aktuelles Verhalten gar nicht so glücklich macht, wie sie es immer gedacht hat. Zumindest kam es mir als Leserin so vor, als hätte sie das begriffen. Doch leider warte ich vergeblich bis zur letzten Seite und merke: sie ändert rein gar nichts. Der Klappentext, der mir zumindest den Eindruck vermittelt hat, dass sie aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen und neue Wege einschlagen will, hat mich getäuscht. Sie wirkt zwar auf den letzten 50 Seiten nachdenklicher, doch eine Änderungen ist nicht in Sicht. Das finde ich sehr schade, weil mich vor allem interessiert hätte, wie sie aus diesem Leben ausbricht und es schafft, möglicherweise eine „normale“ Beziehung einzugehen. Ohne, dass man sich gegenseitig betrügt oder von Anfang an klar ist, dass man nicht exklusiv zusammen ist. Leider ist es in diesem Buch nicht dazu gekommen. Das hat mich etwas enttäuscht.

Grundsätzlich hat mir der direkte Schreibstil von Wodtke sehr gut gefallen. Da wird nicht lang drumherum geredet, sondern alles sehr direkt erzählt. Für das Buch ist das auf jeden Fall die richtige Art. Eine andere Beschreibung hätte nicht unbedingt gepasst denke ich. Anna ist sehr gut beschrieben worden. Ich konnte sie mir richtig vorstellen, wie sie durch die Clubs in Berlin zieht, die Männer und Frauen um sich herum beobachtet und überlegt, wen sie besonders attraktiv findet.

Etwas schade finde ich, dass die einzelnen Kapitel eigentlich für sich stehen. Es gibt keine richtige zusammenhängende Geschichte wie ich finde, sondern nur aneinander gereihte Themen. Der rote Faden dabei ist natürlich trotzdem Anna und ihr Liebesleben.

Ich muss leider sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat. Ich hatte mir etwas anderes darunter vorgestellt. Hatte gehofft, dass sich im Laufe des Buches eine Anna zeigt, die gerne eine richtige Beziehung haben möchte und dafür zumindest einen Teil ihres Verhaltens ändert. Da das aber leider nicht so war, mir aber auf dem Klappentext eigentlich so eine Veränderung versprochen wurde, gebe ich dem Buch leider nur 2-Sterne_4c.

Eure Sandra ❤

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4 Gedanken zu „Rezension „Das Anna-Phänomen – Petra Wodtke“

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