Interview mit der Autorin Stefanie Schankat

Hallo meine Lieben,

heute habe ich ein besonderes Schmankerl für euch: Die Autorin Stefanie Schankat, die den Roman „Bevor der Regen kam“ geschrieben hat, hat sich bereit erklärt, mir (und damit auch euch 😉 ) ein Interview zu geben. Ich bin auf jeden Fall total glücklich, dass sie darauf Lust hatte und wünsche euch jetzt ganz viel Spaß beim Lesen 🙂

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Quelle: Stefanie Schankat

  1. Das Buch spielt in Afrika und mir hat vor allem die Beschreibung des Landes richtig gut gefallen. Du hast dort ja gelebt. Wie lang warst du denn in Malawi und warum?
    • Das Buch steht auf soliden autobiographischen Säulen. Ich habe in den achtziger Jahren vier Jahre an der deutschen Botschaft in Lilongwe gearbeitet. Es war mein erster Auslandsposten, meine erste Berührung mit dem afrikanischen Kontinent, mein erster Langstreckenflug von Frankfurt via Nairobi nach Malawi. Heute ist das ja alles nichts Außergewöhnliches mehr, aber damals war selbst der Kauf des Flugtickets noch richtig feierlich.
  2. Julia habe ich im Buch als sehr selbstbewusst empfunden. Steckt auch ein bisschen was von dir in der Romanfigur?
    • Du hast Julia als selbstbewusst empfunden. Ja, sie war es wohl und sie ist es heute noch.;) Mein erster Auslandsposten hat mich schon sehr geprägt. Da lernt man sehr viel über sich, erkennt seine Stärken, aber auch seine Schwächen. Man kommt mit sehr vielen Menschen in Berührung, ihren ethnischen und kulturellen Hintergründen, so dass man wohl am Ende auf einen bunten, reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, der das Selbstbewusstsein stärkt.
  3. Du bist in deinem Leben schon sehr viel rum gekommen, hast in vielen Ländern gelebt. Wie sehr haben dich deine Reisen beeinflusst und sind ins Buch mit eingeflossen?
    • Wie bereits erwähnt, ist dies ein biographischer Roman. Der überwiegende Teil des Buches spielt in  Afrika, denn dort lernen sich die Protagonisten kennen, aber der Leser erfährt auch etwas über die anderen Lebensstationen. Ich musste ja teilweise große „Brücken“ schlagen. In Peking war ich nicht so lange, dafür dann aber länger in Helsinki. Dort hatte ich Probleme mit dem Klima, den kurzen Sommern und den langen Wintern. Schnee Anfang Mai war nichts für mich. Und das Klima prägt bekanntlich auch seine Menschen. Die Erfahrungen, die ich in Finnland gemacht habe, sind dann natürlich auch in meinen Roman eingeflossen.
  4. Wie bist du zum Schreiben gekommen?
    • Geschrieben habe ich schon immer gerne, vor allem Kurzgeschichten, Gedichte, „Alltagsnotizen“, aber ich habe eigentlich nie wirklich daran gedacht, jemals einen Roman zu schreiben. Die Idee, meine Geschichte aufzuschreiben, kam mit ihrem Ende. Das Ende war für mich gleichzeitig der Anfang einer Reise, die ich noch einmal unternommen habe.
  5. Hast du noch weitere Romane geplant? Worum wird es gehen?
    • Ja, ich schreibe an einem zweiten Roman. Den verdanke ich allerdings nicht meinem Leben, es ist eine ganz fiktive Geschichte und für mich ein sehr spannender Prozess, weil ich diese Erfahrung ja noch nicht gemacht habe.
  6. Dieses Buch war ja dein Debüt. War die Suche nach einem Verlag langwierig oder hast du schnell den richtigen Verlag für dich gefunden?
    • Die Suche nach einem Verlag, besonders wenn man mit seinem Debüt in einem großen Publikumsverlag landen möchte, war schwierig. Hinzu kommen die sehr lange Wartezeiten, bis die Verlage sich zurückmelden, wenn sie es überhaupt tun. Ich habe zu Beginn allerdings auch Fehler gemacht, wie z.B. meine Unterlagen ohne ein ausführliches, aussagekräftiges Exposé eingereicht und damit wertvolle Zeit verschwendet. Aber man kann aus seinen Fehlern nur lernen.
  7. Welche Genres liest du privat am liebsten?
    • Privat lese ich bis auf gelegentliche Krimis überhaupt keine Genreliteratur. Da bewundere ich vor allem die oft sehr aufwendige Recherche und die zahlreichen Handlungsstränge, die dann irgendwann miteinander verknüpft werden. Ansonsten sind es Romane der gehobenen Unterhaltungsliteratur, aber auch Hochliterarisches, Bücher, die ich inspiriert und dankbar ins Regal zurückstelle und die noch lange nachwirken. Gedichte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in meinem Leben. Wenn es mir schlecht geht, lese ich ein Gedicht oder sage es auf. Mascha Kaléko, Rose Ausländer, ich bin auch ein großer Fan von Sarah Kirsch.
  8. Du lebst aktuell mit deinem Mann in London. Warum gerade Großbritannien?
    • Ich habe mein ganzes Erwachsenenleben bis auf eine sehr kurze Unterbrechung im Ausland verbracht. In Großbritannien lebe ich nun allerdings mit meinem Mann schon 15 Jahre. Das hat vor allem berufliche Gründe. Außerdem wollten wir unserem Sohn eine kontinuierliche Schulzeit ermöglichen.
  9. Wie gehst Du mit Kritik um?
    • Da dies mein erster Roman ist, ich also zum ersten Mal  „öffentlich“ bin, fällt es mir immer noch schwer, mit Kritik umzugehen. Das hat wohl auch damit zu tun, dass mein Roman ein sehr persönliches Buch ist. Aber ich glaube, dass man auch da hineinwachsen kann, und seit meiner Publikation im April habe ich schon sehr viel dazugelernt.

Nochmal vielen vielen Dank an Stefanie für den lieben Austausch und das Interview. Ich bin schon ganz gespannt auf deinen kommenden Roman 🙂

Eure Sandra ❤

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7 Gedanken zu “Interview mit der Autorin Stefanie Schankat

  1. Hallo Sandra,

    vielen Dank für das Interview. Ich kannte bisher weder Autorin noch Buch und habe gerade mal kurz in deine Rezi geschaut – klingt interessant. Vor allem der Schauplatz Afrika reizt mich, das hatte ich in Büchern bisher eher selten.
    Viele Grüße
    Anja

    Gefällt 1 Person

  2. Schönes Interview….ich kenne die Autorin zwar nicht….aber klingt ganz interessant…eine gute Frage, für andere Autoren, die ihre Bücher einem Verlag geben…die lange Wartezeit…das ist echt mal interessant zu hören…LG

    Gefällt 1 Person

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