[Rezension] Alles, was ich sehe – Marci Lyn Curtis

Hallo ihr Lieben,

mal wieder eine Rezension von mir. Diesmal zum eBook „Alles, was ich sehe“ von Marci Lyn Curtis. Das Buch ist aus dem Carlsen Verlag und ich habe es netterweise von NetGalley zut Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür ❤

Auf dieses Buch habe ich mich wirklich sehr gefreut. Nicht zuletzt, weil das Cover einfach so toll aussieht. Cover-Opfer, ich weiß 😀 Jetzt euch ganz viel Spaß beim Lesen!

alles-was-ich-sehe
http://www.carlsen.de

Klappentext:

Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich wirklich berührt. Und das von der ersten Seite an. Maggie war vor ihrer Erblindung eine aktive Sportlerin, hatte viele Freundinnen und einfach ihren Platz in der Welt und vor allem auch in ihrer Familie gefunden. Die Erblindung hat das alles ins Wanken gebracht. Denn sie wendet sich von allen ab, will niemanden sehen, meldet sich nicht mehr bei ihren Freundinnen und igelt sich in ihrem kleinen Zimmer ein. Sie lässt niemanden an sich heran. So groß ist der Schmerz, den sie empfindet. Wahrscheinlich auch die Ungerechtigkeit. Denn sie versteht nicht, warum ihr das passiert ist. Entgegen der Tipps nimmt sie nur widerwillig am Unterricht in der Blindenschule teil. Und auch Hilda, die Frau, die ihr zeigen will/soll, wie sie sich im Alltag als Blinde zurecht findet, stößt bei ihr auf taube Ohren. Maggie scheint ihr Schicksal nicht annehmen zu wollen. Sie kann es einfach nicht glauben.

Und so sieht sie ihre Rettung in Ben. Denn nachdem sie sich ihren Kopf stößt, kann sie den kleinen Jungen plötzlich sehen. Ja genau, sie kann ihn SEHEN. Obwohl sie blind ist. Total verrückt. Und auch sie kann nicht glauben, was da mit ihr und ihrer Umgebung passiert. Doch von da an verbringt sie unglaublich viel Zeit mit ihm. Es scheint kaum jemanden zu wundern, dass sie sich plötzlich mit dem um viele Jahre jüngeren Ben trifft, dass sie praktisch fast jeden Tag bei ihm ein und aus geht.  Doch es bleibt nicht dabei, dass er der Einzige ist, den sie sieht. Nein, der Radius um ihn herum wird immer größer und sie kann mit der Zeit auch seine Umgebung erkennen. Und stellt nach kurzer Zeit fest, dass sie seinen Bruder Mason kennt. Er ist der Leadsänger ihrer Lieblingsband. Ja genau, was ein Zufall 😀

So kommt es, dass sie zwei Vorteile in ihren Besuchen bei Ben sieht: sie SIEHT, was natürlich schon verrückt genug ist. Aber so kann sie auch Mason besser kennen lernen. Nicht dass ihr das falsch versteht: auch Ben wächst ihr von Tag zu Tag immer weiter ans Herz. Sie sieht in ihm eine Art kleinen Bruder und genießt die unbeschwerte Zeit mit ihm sehr. Zumindest solang, bis sie herausfindet, warum sie plötzlich wieder sehen kann.

Ich habe Ben von der ersten Seite ins Herz geschlossen. Er ist so ein süßer Kerl, der sich um nichts Sorgen macht, sondern einfach sein Leben lebt. Doch er hatte es nie leicht: er wurde mit einem offenen Rücken geboren und kann sich deshalb nur noch mit Krücken vorwärts bewegen. Aber auch dieses Schicksal hält ihn nicht davon ab. glücklich zu sein. Er trägt so viel Positives in sich. Es ist toll, diesen Charakter zu beobachten und zu sehen, wie selbstlos er sich gibt. Ganz besonders, weil er sich selbst bemitleiden könnte. Er hätte wahrscheinlich allen Grund dafür. Aber nein: er guckt nach vorne und zieht aus allem das Beste heraus. Eine tolle Eigenschaft.

Maggie ist da doch ein bisschen anders. Ich habe sie während des Romans auch ins Herz geschlossen. Aber sie sieht in vielem doch eher das Schlechte. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sie jemanden wie Ben an ihrer Seite gebraucht hat 😉 Sie ergänzen sich, albern die meiste Zeit miteinander herum und tun sich einfach gegenseitig gut. Es ist schön zu beobachten, dass das Alter doch keine große Rolle spielt und man sehr wohl mit viel jüngeren Leuten befreundet sein kann. Denn ich glaube dass vor allem junge Leute noch den Sinn für Kleinigkeiten haben. Ben hat einfach aus allem einen Spaß gemacht und damit auch Maggie angesteckt, die in seiner Gegenwart ihre Probleme als Blinde vergessen hat. Klar, liegt natürlich auch daran, dass sie in seiner Gegenwart alles gesehen hat. Aber trotzdem ist das natürlich ein großer und auch wichtiger Faktor in ihrem Leben.

Während des Lesens habe ich immer wieder darüber nachgedacht, wie schwer es wohl für mich wäre, wenn ich plötzlich nicht mehr sehen könnte. Eine schlimme Vorstellung. Ich möchte nicht mit Maggie tauschen. All die kleinen Dinge, die man nicht mehr richtig sieht. Sie hat z.B. im Buch gesagt, dass sie vor allem den Himmel vermisst. Denn dort passiere so viel. Jetzt kann sie das nicht mehr sehen. Keine Sterne, keinen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Ihr fehlt vor allem, dass sie die Verfärbung des Himmels im Laufe des Tages nicht mehr sehen kann. Die verschiedenen Facetten. Und das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Ben hatte da eine tolle Idee:

„Okay. Mach die Augen auf“, sagte Ben. Ich wusste nicht, was ich erwartet hatte. Wahrscheinlich gar nichts Bestimmtes, weshalb ich auch so überrascht war, als ich die Augen aufschlug – und die Sterne sah.

Ben hielt mir einen Spiegel hin. Er hatte ihn so zum Himmel ausgerichtet, dass die Sterne darin glitzerten. Für mich hatten Sterne schon fast aufgehört zu existieren, so lange hatte ich keine mehr gesehen. Eine Mischung aus Glück, Traurigkeit und Staunen überwältigte mich.

Ja genau, das war die Idee von Ben. Dem zehnjährigen Ben. Es ist verrückt, wie schlau der Kleine einfach ist. Denn dadurch, dass der Radius, in dem Maggie sehen kann, um ihn herum so groß geworden, kann der Spiegel die Sterne einfangen und sie sieht sie endlich nach ungefähr sieben Monaten.

Leute, ich möchte euch wirklich nicht zu viel vorneweg nehmen. Aber dieses Buch hat mich wirklich durch alle möglichen Gefühlsfacetten geführt. Von lachen, weinen, erstaunen bis hin zu unglaublicher Freude.

Wie sollte es anders sein. Das Buch erhält von mir unglaublich tolle 5-herzen

Eure Sandra ❤

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8 Gedanken zu “[Rezension] Alles, was ich sehe – Marci Lyn Curtis

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  5. Hach… Ben… 😀 Der ist wirklich einer der liebsten und tollsten Buchcharaktere. Man kann ihn nur knuddeln wollen 🙂 Mich hat die Geschichte auch sehr berührt, vor allem, weil es nicht nach den altbekannten Mustern abläuft. Klar sind ein paar Dinge vorhersehbar, aber nicht alles, und das ist gut so. Die Mischung aus „Übernatürlichem“ und Ernsthaftigkeit fand ich auch sehr gelungen. Okay, ich freue mich einfach, dass es dir auch so gut gefallen hat 😀
    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

    1. Oh ja, er ist einfach toll. So viel Sympathie habe ich schon lange nicht mehr für einen Charakter empfunden 😀
      Und ja, da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Man hätte das Buch viel mystischer machen können. Aber ich finde es gerade so spannend, dass alles sehr real ist. Aber eben bis auf die „Kleinigkeit“ dass sie manchmal doch wieder sehen kann. Eine wirklich gute Gradwanderung zwischen beiden Genres. Das ist einfach wunderbar!
      LG Sandra 🙂

      Gefällt 1 Person

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