[Rezension] Der Sommer, der uns trennte – Cat Jordan

Rezension-001

Hallo meine Lieben,

heute gibt es wieder eine neue Rezension von mir. Diesmal von dem Roman „Der Sommer, der uns trennte“ von Cat Jordan. Das Buch ist im HarperCollins Verlag erschienen und ich habe ihn netterweise von NetGalley als eBook zur Verfügung gestellt bekommt. Ein großes Dankeschön dafür 🙂

20161023_231520.jpgKlappentext:

Nate wird vermisst! Vermutlich ist er tot. Die Gedanken wirbeln erbarmungslos durch ihren Kopf. Das darf nicht sein. Denn wenn es stimmt, bricht ihre Welt zusammen. Gemeinsam aufs College gehen, verloben, heiraten, all das würde es nie mehr geben. Niemand scheint Middie in ihrem Schmerz zu verstehen. Bis auf Lee – Nates bestem Freund, mit dem sie nie gut klargekommen ist. Aber er ist der Einzige, an den sie sich anlehnen kann. Und plötzlich erwächst aus der gemeinsamen Sorge, etwas Neues … Doch ist es wirklich in Ordnung Gefühle für Lee zu haben? [Quelle: Lovelybooks]

Meine Meinung:

Nate und Middie kennen sich schon fast ihr ganzes Leben lang. Seit fünf Jahren sind sie nun ein Paar, gehören praktisch schon zur Familie des anderen. Für ihr gemeinsames Leben haben sie einen genauen Plan geschmiedet: sie wollen zusammen auf die Uni gehen, heiraten, eine Familie gründen, glücklich sein. Middie befindet sich im letzten Highschool-Jahr als Nate ein Jahr nach Honduras reisen und dort den Ärzten vor Ort unter die Arme greifen will. Für sein bevorstehendes Medizinstudium ist das eine super Referenz. Er reist dort mit einer Organisation hin, kann sich aber nur sporadisch melden. Und dann hört Middie gar nichts mehr von ihm. Bis sie im Fernsehen von einem regelrechten Massaker in einem Dorf hört. Dem Dorf, wo sich Nate gerade mit der Organisation aufhält. Es wird berichtet, dass Rebellen in das Dorf eingefallen und alle Menschen getötet haben. Für Middie bricht eine Welt zusammen. Was wird aus ihrem großen Plan? Wie kann sie ohne Nate weiterleben? Anfangs unterstützen sie Freunde und Familie wo sie nur können. Von Lee, dem besten Freund von Nate, mit dem sie nie viel zu tun hatte, bekommt Maddie dann das, was sie am meisten braucht: Verständnis. Verständnis dafür, wie es ihr geht, warum sie nicht wie ein rohes Ei behandelt werden will. Sie treffen sich, reden über Nate und es entwickelt sich sehr schnell eine Freundschaft. Niemand kann verstehen, warum Middie, die bisher so angepasst gelebt hat, etwas mit Lee zu tun haben will. Lee wird für viele als Loser und Draufgänger angesehen. Das passt einfach nicht zu Middie. Doch Middie merkt, dass ihr genau das gerade besonders gut tut. Mit Lee erlebt sie Dinge, die sie vorher nie auch nur in Erwägung gezogen hätte. So übernachten sie eine Nacht im Baumhaus ihrer Nachbarn. Einfach so. Mit ein bisschen Proviant und einigen Comics schlagen sie die Zeit tot. Problematisch wird es erst, als klar wird, dass Beide mehr für den anderen empfinden. Denn das stellt alles in Frage. Ist es Betrug, wenn sie sich zum besten Freund ihres toten Freundes hingezogen fühlt? Was für ein Bild wirft es auf sie? Es stehen viele Fragen im Raum. Aber genauso eindeutig ist, dass es einfach zwischen den Beidengefunkt hat.

Mir gefällt vor allem der Schreibstil von Jordan, wodurch ich sehr schnell und gut in die Geschichte reingekommen bin. In den ersten Kapiteln lernen wir Middie und Nate kennen und es wird gezeigt, was sie beide ausmacht. Sie scheinen ein glückliches junges Paar zu sein, denen eine einjährige Trennung bevor steht. Aber sie geben sich gegenseitig Kraft und freuen sich auf die Zeit, die danach kommen wird.

Nate scheint ein sehr engagierter junger Mann zu sein, der nach vorne schaut, erst an die anderen und danach an sich denkt. Neben seinem bevorstehenden Auslandsjahr hilft er in einem Gemeinschaftsgarten der Stadt und scheint auch so sehr gut bei den Bewohnern der Stadt anzukommen. Sie vergöttern ihn. Genauso wie seine Familie, die für ihn an erster Stelle steht. Gleichauf mit Middie.

Middie ist eine tapfere junge Frau. Sie lässt ihren Freund für ein Jahr gehen, damit er sein Engagement auch woanders ausleben kann. Sie unterstützt ihn, wo sie nur kann. Aber man merkt, dass es sie stört, dass seine Familie immer dabei ist. Egal ob sie abends Fernsehen gucken oder einfach nur quatschen: die Familie ist immer dabei. Ich stelle es mir vor allem kurz vor der Abreise von Nate sehr schwer vor. Man kann sich gar nicht richtig verabschieden, ist immer von einer Traube Menschen umgeben.

Doch dann ist Nate weg und alles ändert sich. Interessant finde ich vor allem, dass Middie mit der Zeit darüber nachdenkt, was sie ausmacht. Ganz unabhängig davon, dass sie Nates Freundin ist. Man merkt, dass sie darüber noch nie nachgedacht hat. Es war ja alles schon geplant. Doch dann sitzt sie vor ihrer College Bewerbung und soll etwas darüber schreiben, was sie zu dem Menschen gemacht hat, der sie jetzt ist. Und sie weiß nicht, was sie schreiben soll. Sie hat sich immer mit Nates Atributen geschmückt. Sie engagiert sich, weil er es immer getan hat. Aber ist sie diese Person wirklich? Oder war sie das nur, solang Nate an ihrer Seite war? Während des Romans kommen ihr immer wieder Zweifel daran, was sie wirklich aus ihrem Leben machen will. Sie fängt an, sich nach und nach zu verändern. Bei genauerer Betrachtung ihres Kleiderschranks wird ihr klar, dass sie sich in ihrem jungen Jahren sehr erwachsen, spießig und langweilig kleidet. Also leiht sie sich die Klamotten ihrer großen Schwester aus und merkt, was so eine Kleinigkeit ändern kann. Lee ist an dieser Verwandlung natürlich auch nicht unschuldig. Er zeigt ihr, wie lustig das Leben sein kann, wenn man nicht immer alles so eng sieht. Er will sie aufheitern. Das merkt man. Aber er braucht sie genauso wie sie ihn auch braucht. Denn sie ist die einzige Verbindung, die er noch zu Nate hat. Er will ihn nicht vergessen, will nicht glauben, dass es das jetzt war. Er braucht jemanden, mit dem er sprechen kann. Und Middie ist dafür die richtige Ansprechpartnerin. Denn auch sie braucht Lee.

An sich ist es wirklich eine interessante Geschichte. Und ich möchte wirklich nicht in Middies Haut stecken. Trotzdem finde ich die Herangehensweise von Middie und Lee etwas seltsam. Sie haben sich anfangs getroffen, um über Nate zu reden. Um sich gegenseitig daran zu erinnern, was er für ein Kerl war. Und dann ist Nate von einem Moment auf den anderen vergessen. Natürlich kann man Gefühle nicht abschalten. Das weiß ich. Aber auch die weitere Entwicklung im Buch (von der ich nichts verraten möchte) zeigt, dass beide sehr naiv sind. Das finde ich etwas schade, weil die Story mit einer anderen Herangehensweise der Beiden bestimmt eine andere Richtung einschlagen hätte können. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen.

Ich gebe deshalb 4-herzen

Eure Sandra ❤

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