[Rezension] Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel

rezension

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es wieder eine Rezension für uns. Diesmal zu „Das Licht der letzten Tage“ von Emily St. John Mandel.

Hier erstmal ein paar Fakten:

Titel: Das Licht der letzten Tage

Autorin: Emily St. John Mandel

Seitenanzahl: 403

Verlag: Piper Verlag

Preis: 14,99€

20170106_124442.jpg

Klappentext:

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer. [Quelle: www.piper.de]

Meine Meinung:

Bevor ich überhaupt etwas über den Inhalt rausfinden konnte, war ich vom Cover des Buches so angetan, dass es ganz schnell auf meiner Wunschliste gelandet ist. Vor allem der Farbverlauf und die Farbauswahl haben es mir angetan. Doch auch der Inhalt konnte mich im Verlauf des Lesens überzeugen.

Das Buch beginnt an einem beliebigen Tag in Toronto und wir platzen in eine Theateraufführung des Stückes „König Lear“ von Shakespeare. Noch weiß niemand, wie verheerend die kommenden Stunden sein werden. Denn die sogenannte Georgische Grippe kommt schlagartig  und ohne Vorwarnung. Und löscht 99% der Weltbevölkerung aus. Die Welt, mit all ihren Technologien und ihrem lang umkämpften Fortschritt, wird so nicht mehr existieren.

Dieser erste Abschnitt fungiert als Ausgangspunkt. Im nächsten Abschnitt „reisen“ wir 20 Jahre weiter und befinden sich im Jahr 20. Die Zeitrechnung ist nun eine Andere. Die Auswirkungen der Grippe waren so einschneidend und für die noch existierende Bevölkerung so unglaublich, dass der Ausbruch der Grippe das Jahr 0 markiert. Die Zeitrechnung beginnt also für die überlebende Bevölkerung wieder von vorn. Denn obwohl sie überlebt haben, heißt es nicht, dass es ihnen gut geht. Mit der Zeit gibt es keine Elektrizität mehr, Lebensmittel werden knapp und verschwinden irgendwann ganz. Die Überlebenden müssen wieder von vorne beginnen. Nur noch mit dem Überresten von alten Gegenständen, die jetzt zum Teil vollkommen anders genutzt werden oder gar unbrauchbar sind.

Dieses Buch beschreibt mehr oder weniger drei Handlungsstränge und Personen.

Es gibt Kirsten, die gemeinsam mit der sogenannten Fahrenden Symphonie durchs Land reist. Diese Gruppe besteht aus ungefähr 20 Personen. Sie reisen von „Stadt“ zu „Stadt“, inszenieren entweder ein Theaterstück oder geben ein Konzert für die Bewohner und reisen dann weiter. Das machen sie nun schon viele Jahre und dadurch bereisen sie große Teile der noch existierenden Welt.

Dann gibt es Clark, der erst recht spät im Buch auftaucht. Er bewohnt mit einer großen Gruppe den Flughafen. Mittlerweile ist er schon 70 Jahre alt, hat also den größten Teil seines Lebens hinter sich. Im Flughafen hat er eine Art Museum aufgebaut, in dem er Gegenstände aus der „alten“ Welt ausstellt und so der jungen Generation, die die alte Welt nicht oder nur ganz kurz kennenlernen durfte, zeigen will, wie es früher auf der Erde aussah und welche Mittel sie hatten. Besonders Themen wie Elektrizität und Kommunikation sind sehr faszinierend.

Der Erzähl-Strang von Miranda ist besonders wichtig für dieses Buch. Denn dieser Teil hält die Geschichte zusammen. Sie hat in der alten Welt gelebt und war in dieser Zeit Künstlerin. Sie hat unter anderem eine Graphic Novel entworfen, die Namensgeberin für dieses Buch ist. Mehr will ich gar nicht erzählen 😉

Mir hat vor allem der Schreibstil der Autorin richtig gut gefallen. Normalerweise wäre es kein Buch, zu dem ich direkt greifen würde. Aber trotzdem hat es mich in seinen Bann gezogen. Mandel hat es geschafft, diese Geschichte so spannend zu erzählen, dass ich das Buch in kurzer Zeit gelesen habe.

Die einzelnen Kapitel sind nicht nur aus der Sicht unterschiedlicher Personen erzählt, sondern spielen auch in verschiedenen Zeiten. Anfangs hat mich das ein wenig irritiert. Doch dann bin ich recht schnell in diese Art reingekommen und habe sie zu schätzen gelernt. Durch die Rückblicke bekommt der Leser einen sehr viel besseren Einblick in die unterschiedlichen Stränge als bei einer chronologischen Erzählweise.

Was mich besonders nachdenklich gemacht hat, ist, dass es trotz des Science Fiction-Charakters sehr wohl soweit kommen kann. Und da ist es besonders interessant zu sehen, wie sich Menschen in diesen Zeiten verhalten und entwickeln. Denn natürlich kam es zu vielen Plündereien, zu großen Problemen und einigen Morden in dieser Zeit. Der Leser erhält einen sehr guten Einblick in diese Zeit und bei einigen Situationen musste ich wirklich schlucken.

Ich hätte mir allerdings noch mehr Eindrücke in die Jahre von 0 bis 20 gewünscht. Diese Zeit wurde immer nur kurz angesprochen. Aber besonders die Zeit direkt nach dem Ausbruch der Grippe und der Erkenntnis, dass 99% der Bevölkerung nicht mehr existieren, hätte detaillierter beschrieben werden können.

Trotzdem ein tolles und interessantes Buch. Deshalb vergebe ich 4-herzen

Eure Sandra ❤

 

Advertisements

9 Gedanken zu “[Rezension] Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel

  1. Hallo Sandra,

    als ich meine persönliche Favoritenliste von Neuerscheinungen für den Februar zusammengestellt habe ist es mir auch direkt ins Auge gesprungen. Auch mir gefällt das Cover sehr gut 🙂 Außerdem habe ich mir den Buchtrailer zu der englischsprachigen Ausgabe angeschaut (einleitend wird hier ebenfalls Shakespeare angesprochen…) und war dann noch gespannter.
    Deine gelungene Rezension hat mich jetzt noch neugieriger gemacht und es ist auf meinem Wunschzettel ganz weit nach oben gerutscht 😃

    Liebe Grüße
    Bonny

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Sandra,
    das Cover an sich gefällt mir sehr gut und doch hätte ich im Laden nie danach gegriffen. Es hat mich im ersten Moment an eine Liebesgeschichte erinnert – frag nicht warum , kann ich nicht erklären. Aber jetzt nach Deiner Rezension – hui – das ist ja doch genau meins 🙂
    Dystopischer Einschlag und wie die Menschheit sich ändert bzw. wie überlebt wird mit den verbliebenen Möglichkeiten.
    Sehr schöne und aussagekräftige Rezension ohne zu spoilern, toll und ein Buch mehr für meine Wunschliste.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Kasin

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Kasin,
      ach toll, das freut mich. Ja du hast recht: das Cover kann wirklich täuschen. Eine Liebesgeschichte gibt es nämlich nicht wirklich. Aber die Geschichte an sich ist wirklich super spannend. Es freut mich, wenn ich dir da ein zusätzliches Buch auf die Wunschliste packen konnte 😉
      Liebe Grüße und dir auch noch ein schönes Wochenende!
      Sandra

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s