[Rezension] Im nächsten Leben vielleicht – Mia Sheridan

Hallo ihr Lieben,

heute wartet wieder eine Rezension auf euch. Diesmal geht es um den Roman „Im nächsten Leben vielleicht“, den ich freundlicherweise vom Piper-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen habe. Vielen Dank dafür ❤

Hier erstmal ein paar Fakten:

Titel: Im nächsten Leben vielleicht

Autorin: Mia Sheridan

Seitenanzahl: 326

Verlag: Piper Verlag

Preis: 9,99€

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Klappentext:

Hunger, Schmutz, Verzweiflung. Das ist bitterer Alltag für Tenleigh und Kyland, die in einem armen Minenarbeiterdorf in den Bergen von Kentucky aufwachsen. Die einzige Chance, ihre trostlose Heimat für immer zu verlassen, ist das Stipendium des ortsansässigen Kohleunternehmens. Doch nur einer kann es gewinnen, alle anderen müssen bleiben. Da ist kein Platz für Freundschaft – oder Liebe. Trotzdem ändert sich alles, als Tenleigh und Kyland sich kennenlernen. Die beiden Konkurrenten wehren sich mit aller Kraft gegen ihre Gefühle füreinander, denn was passiert, wenn einer von ihnen gewinnt? Wenn nur einer gehen kann? Und der andere zurückbleibt? [Quelle: www.piper.de]

Meine Meinung:

Tenleigh und Kyland leben in einem kleinen Ort in den Appalachen, in dem es vor einigen Jahren eine Explosion in einer Grube gab, bei der viele ortsansässige Arbeiter ums Leben gekommen sind. Nach diesem Unglück hat sich das Leben der Zurückgebliebenen von Grund auf geändert. Denn die Arbeit in der Grube war die Haupteinnahmequelle des Dorfes und seitdem leben viele Familien in großer Armut, wissen nicht, wie sie ihre Existenz weiterhin aufrechterhalten können.

So geht es auch Kyland. Er hat bei diesem Unglück seinen Vater und seinen Bruder verloren. Er kämpft seitdem ums Überleben, weiß nicht, wie er den Monat überstehen soll. Doch auch Tenleigh geht es nicht besser. Sie hat zwar niemanden bei dem Unglück verloren, doch trotzdem lebt sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in großer Armut. Ihre Mutter leidet unter starken Depressionen, sie kann schon seit vielen Jahren nicht mehr arbeiten und somit auch kein Geld für die Familie verdienen. Der Vater hat die Familie kurz nach Tenleigh’s Geburt verlassen.

Nach dem Unglück hat das Grubenunternehmen eine Aktion ins Leben gerufen, nach der jedes Jahr der beste Schüler ein Stipendium erhält und somit aus der Armut und auch dem Ort ausbrechen kann. Sowohl Tenleigh als auch Kyland wollen dieses Stipendium erhalten und büffeln in jeder freien Minute dafür. Als sie sich dann aber richtig kennenlernen, rückt dieses Stipendium zumindest für kurze Zeit aus dem Fokus der Beiden. Denn auch, wenn sie wissen, dass einer der Beiden die Stadt bald verlassen wird, können sie ihre Gefühle nicht mehr unterdrücken.

Die Geschichte ist so unglaublich einfühlsam erzählt. Man möchte beide Charaktere am liebsten fest in den Arm nehmen. Für mich ist es kaum nachvollziehbar, wie schlimm ein Leben in Armut sein muss. Wir erleben, welche Strategien die beiden entwickeln, um am Ende des Monats zumindest eine Kleinigkeit zum essen zu haben. Mich hat dieses Thema wirklich sehr berührt. Wir leben hier in einer Welt, in der wir uns im Normalfall keine Gedanken machen müssen, ob wir morgen noch etwas zu essen finden. Wir müssen nicht in kaputten Schuhen oder Kleidungstücken durch die Gegend laufen und haben am Ende des Monats immer noch Strom. Doch diese Selbstverständlichkeiten kennen die Dorfbewohner nicht. Sie kämpfen tagtäglich um ihr Überleben. Sheridan hat diese Situation so deutlich und ohne Schnörkel dargestellt. Einfach sehr ergreifend. Vor allem der Konflikt „Raus aus diesem Ort vs. Es könnte die große Liebe sein“ hat sie unglaublich gut rüber gebracht. Es ist keine einfache Entscheidung für Beide und das wird in der Erzählung wirklich sehr sehr deutlich.

Die Geschichte wurde abwechselnd aus Sicht von Tenileigh und Kayland erzählt. Dadurch hat der Leser einen sehr intensiven Einblick in das Leben und die Schicksale der beiden Familien erhalten. Neben der Liebesgeschichte der Beiden werden aber auch noch andere Handlungen gezeigt, die im Verlauf immer wieder thematisiert und aufgearbeitet werden.

Das Buch ist wirklich sehr facettenreich und zeigt eben nicht ein „Friede Freude Eierkuchen“-Leben, wie es oftmals der Fall ist. Die Armut der Beiden ist greifbar, doch trotzdem haben beide einen gewissen Hoffnungsschimmer in sich, der sie voran treibt. Sheridan hat das wirklich sehr gut dargestellt und gezeigt, dass manchmal auch nur Kleinigkeiten große Glücksgefühle hervorrufen können.

Lachend warf sie ihren Kopf zurück. Ich hatte mich bereits die ganze Zeit gefragt, wie es wohl klingen würde, wenn sie lauthals lachte, aber jetzt wurde mir klar, dass ich es besser nie gehört hätte. Ich wollte mich in diesem Geräusch verlieren […] S. 36

Für mich war es ein sehr schönes und gelungenes Buch, auch wenn ich einige Sequenzen in der Mitte des Buches etwas langatmig gefunden haben.

Es gibt von mir deshalb 4-herzen

Eure Sandra ❤

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5 Gedanken zu “[Rezension] Im nächsten Leben vielleicht – Mia Sheridan

  1. Das klingt ein bisschen wie Panem. Die Leute leben in Armut und die beiden Jugendlichen kommen sich näher als sie sollten, weil nur einer von ihnen der Gewinner sein kann. Nur dass hier der Verlierer nicht direkt stirbt 🤔

    Gefällt 1 Person

  2. Oh das klingt ja nach einem spannenden Buch, das vermutlich voll meinen Geschmack trifft!
    Hab eben ein bisschen in deinem Blog gestöbert und mir hat echt gefallen, wie du schreibst 🙂
    Da komme ich wohl öfter für eine Buchempfehlung vorbei 🙂
    Hab einen schönen Abend,
    Simone

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Behind The Screens #6: Wohnungssuche, Auftakt-Veranstaltung und ein süßes Geschenk – Nana – Der Bücherblog

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