[Rezension] Ivy & Abe – Elizabeth Enfield

Hallo meine Lieben,

endlich gibt es wieder eine Rezension für euch. Ich habe es in letzter Zeit ein wenig schleifen lassen, aber jetzt geht’s wieder los 🙂 Diesmal geht es um den Roman Ivy & Abe, welchen ich netterweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt bekommen habe. Vielen Dank dafür!

Titel: Ivy & Abe
Autorin: Elizabeth Enfield
Verlag: Diana Verlag
Seitenzahl: 439 Seiten
ISBN: 978-3-453-29189-8
Preis: 14,99 €

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Klappentext:

Ivy und Abe – zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind. Sie begegnen sich zu verschiedenen Zeiten in ihrem Leben. Doch das perfekte Glück verpassen sie immer. Mal wechseln sie ein paar Worte in einem Café, dann trennen sich ihre Wege wieder. Ein anderes Mal haben sie eine Affäre miteinander. Später sind sie verheiratet, aber ihre Ehe steckt in einer tiefen Krise. Ihr Leben lang tragen Ivy und Abe etwas von dem anderen in sich. Innige Momente, in denen sie ihre Liebe spüren. Wird sie je von Dauer sein? [Quelle: Randomhouse]

Meine Meinung:

Ich habe das Buch angefordert, da es mir zugesagt hat und ich mir hier eine etwas seichtere Geschichte vorgestellt habe. Ich brauche sowas zwischendurch immer mal wieder. Aber anhand des Klappentexts habe ich mir eine andere Story vorgestellt. Ich bin davon ausgegangen, dass sich Ivy und Abe immer wieder treffen, aber aufgrund verschiedener äußerer Umstände nie richtig zueinander finden. Als ich dann mit dem Buch angefangen und die ersten beiden Kapitel gelesen habe, war ich etwas irritiert. Es beginnt nämlich im Jahr 2026, also in der Zukunft und das zweite Kapitel findet 2015 statt. Allerdings sind alle „Jahre“ und Kapitel unterschiedliche Geschichten. Sie bauen nicht aufeinander auf oder folgen einem Erzählstrang. Nein, die Geschichten sind alle einzelne kleine Geschichten und erzählen, wie die Liebesgeschichte von Ivy und Abe genau zu diesem Zeitpunkt aussehen könnte, mit allen Gegebenheiten, die in dem Jahr wichtig für die Charaktere waren. Es hat ein wenig gedauert, bis mir das Ausmaß bewusst geworden ist.

Als ich es dann aber durchschaut habe, bin ich ganz anders an die kommenden Kapitel bzw. Jahreszahlen rangegangen und habe die Geschichte anders wahrgenommen. Die Idee hat mir dann wirklich gut gefallen. Nur hat es leider (wie gesagt) ein wenig gedauert, bis mir das klar war, weshalb ich die ersten beiden Kapitel etwas verwirrt gelesen habe. Grundsätzlich ist es wirklich eine schöne Idee, um aufzuzeigen, wie viele Möglichkeiten man im Leben hat, die große Liebe zu treffen. Aber auch, dass es oftmals einfach an den Umständen liegt, dass die Liebe nicht so entsteht, wie man es sich vielleicht wünscht. Ivy und auch Abe sind zwei so unglaublich liebe Persönlichkeiten, die man relativ schnell ins Herz schließt. Man erfährt mit der Zeit sehr viel über ihr vergangenes Leben und realisiert, wie verwoben beide Leben doch sind bzw. sein könnten, wenn sie den richtigen Moment gefunden hätten, um sich zu treffen.

In diesem Buch sind alle möglichen Situationen und Zeiten aufgeführt, an denen sich zwei Personen treffen könnten: sei es im hohen Alter auf einer Bank, nach dem Tod des Lebenspartners, im Kindergarten, in der Schulzeit und noch viele weitere Zeitpunkte. In einigen Jahren leben sie wirklich zusammen, in anderen Zeiten treffen sie sich zufällig und verlieren sich wieder aus den Augen. Genauso, wie es im Leben wahrscheinlich auch immer wieder passiert.

Enfield hat es geschafft, durch verschiedene Zeitabschnitte im Leben der beiden Protagonisten klar zu machen, wie auch nur eine kleine Begegnung alles ändern kann und welchen Einfluss diese Begegnung auf das kommende Leben haben könnte. Ich finde es wirklich spannend zu sehen, wie unterschiedlich sich die Leben der Beiden entwickelt, wenn nur eine kleine Begegnung alles durcheinander bringt. Enfield hat ein wirklich schönes Konstrukt erschaffen, um dem Leser klarzumachen, welche Kleinigkeiten ausreichen, um alles zu verändern.

Mich hat das Buch gegen Ende wirklich nachdenklich gemacht: Wie viele Situationen hat es vielleicht schon in meinem Leben gegeben, die ich nicht als solche wahrgenommen habe, durch die sich aber möglicherweise mein ganzes Leben verändert hätte? Schließlich geht es hier letztlich um verpasste Chancen. Weil es die Lebensumstände oftmals nicht zugelassen haben und man sich nicht auf die andere Person einlassen konnte.

Am Anfang jedes Kapitels/Jahres steht außerdem ein Zitat, welches sich mit den Themen Zeit, Zufall oder Möglichkeiten im Leben beschäftigen. Ich finde es eine schöne Art, an die Geschichten heranzugehen, da diese Begriffe grundlegend für das Buch sind.

Ich war diesem Mann nie zuvor begegnet, unsere Wege hatten sich nie gekreuzt, und dennoch schien er mir vertraut. So vertraut, dass es mich nicht im Mindesten beunruhigte, seine Einladung zum Abendessen anzunehmen. Ich schüttelte den Kopf, so wie Mum es immer getan hatte, wenn sie ein Déjà-vu erlebte.

Fazit:

Alles in allem ein schönes Buch, das zum Nachdenken anregt. Der Anfang war etwas holprig, da nicht ganz klar war, dass es sich immer wieder um vollkommen unabhängige Geschichten handelt. Das hat mir das Reinkommen ins Buch erschwert. Die Idee gefällt mir aber wirklich gut. Die Charaktere sind sehr schön beschrieben, sodass man sie schnell ins Herz schließen kann.

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