[Rezension] Der Letzte von uns – Adelaïde de Clermont-Tonnerre

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Hallo meine Lieben,

heute gibt es wieder eine Rezension für euch. Diesmal zu dem Roman Der Letzte von uns aus dem Aufbau Verlag. Ich habe das Buch freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür!

Titel: Der Letzte von uns
Autorin: Adelaïde de Clermont-Tonnerre
Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3-352-00908-2
Seitenzahl: 464 Seiten
Preis: 18,00 €

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Klappentext:
Während der Bombennächte in Dresden bringt die schwer verwundete Luisa ihren Sohn zur Welt. Kurz darauf stirbt sie. Ihr letzter Wunsch ist es, ihn in Sicherheit zu wissen, denn sie ahnt: Er ist der Letzte von ihnen.
Manhattan, fünfundzwanzig Jahre später. Wern ist jung, ambitioniert und unsterblich in Rebecca verliebt, enfant terrible und Tochter einer reichen New Yorker Familie. Die beiden verbindet eine außergewöhnliche Liebe: leidenschaftlich, inspirierend und bedingungslos, so zumindest scheint es. Doch plötzlich bricht Rebecca ohne weitere Erklärungen den Kontakt zu ihm ab. Und Wern muss sich einer schmerzhaften Wahrheit stellen.  [Quelle: Aufbau Verlag]

Meine Meinung:
Ich weiß nicht so recht, woran es liegt. Aber momentan behandelt fast jedes meiner gelesenen Bücher den zweiten Weltkrieg oder spielt zumindest in dieser Zeit. Es ist einfach eine unglaublich schreckliche Zeit, dessen Ausmaß man aktuell nur erahnen kann. Aber es ist auch ein spannender und wichtiger Punkt in unserer Geschichte, weshalb ich die verschiedenen Aufarbeitungen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, wirklich zu schätzen weiß. Sie geben mir alle (auf ihre Weise) einen Einblick in diese Jahre und setzen alle in irgendeiner Art ein Zeichen, dass diese Geschehnisse so nie wieder passieren dürfen.

Dieses Buch behandelt zwei Zeitebenen: den zweiten Weltkrieg und die Zeit kurz danach sowie die 1960er bzw. 1970er Jahre. Im Fokus steht Wern, ein Mittzwanziger, der sich auf den ersten Blick in die extrovertierte Rebecca verliebt. Er setzt alles daran, sie für sich zu gewinnen und scheint der glücklichste Mensch auf der Welt zu sein, als sie ihn in ihr Leben lässt. Er wurde als kleiner Junge adoptiert und weiß nichts über seine Herkunft und seine Vergangenheit. Es nimmt ihn sichtlich mit, dass er keine Informationen erlangt. Denn vor allem mit Rebecca an seiner Seite möchte er eine Familie aufbauen und die Vergangenheit spielt für ihn als Basis eine große Rolle. Der Leser weiß hingegen schon einiges mehr über Wern, da die Kapitel abwechselnd in der Zeit des zweiten Weltkriegs und der Gegenwart spielen. So erfahren wir, dass Werns Mutter hochschwanger bei einem Bombenangriff in Dresden stark verletzt wurde und wenige Minuten nach Werns Geburt gestorben ist. Eine Bitte hatte sie allerdings noch an den Doktor, der ihr während der Geburt beigestanden hat:

Er heißt Werner. Werner Zilch. Ändern Sie seinen Namen nicht, er ist der Letzte von uns.

Hier also schon der erste Hinweis bezüglich des Titels ;-)

Der Leser erfährt also abwechselnd, wie es mit dem kleinen Werner weitergeht und was ihn in der Gegenwart beschäftigt. Denn auch da ist nicht alles rosig und er wird auf eine harte Probe gestellt.

Ich möchte hier nicht mehr vorweg nehmen, kann euch aber sagen, dass mir der Schreibstil der Autorin wirklich gut gefallen hat. Sie hat es geschafft, mich sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart so sehr zu fesseln, dass ich das Buch in nur wenigen Tagen gelesen habe.

Rebecca ist für mich leider trotzdem ein großes Rätsel. Auch, nachdem sich ihr Verschwinden erklärt hat. Sie ist für mich leider keine Sympathieträgerin, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder Situationen gibt, die sie gut darstellen. Sie schwankt zwischen überemotional und total emotionslos, was für mich einfach kein klares Bild von ihr zeigt. Sie ist schwer greifbar, was sie für mich in diesem Buch einfach unsympathisch wirken lässt.

Wern hingegen ist einfach verliebt. Durch und durch. Das merkt man in jeder Zeile, die ihn betrifft. Auch wenn er zwischendurch nicht immer richtig handelt, versteht man doch, warum er sich gerade so verhält. Im Buch wird auch von Seite zu Seite klar, wie wichtig ihm seine Vergangenheit ist und dass er unbedingt wissen will, woher er kommt und von wem er abstammt. Er liebt seine Adoptiveltern sehr und will sie nicht verletzen. Aber seine Wurzeln sind ihm trotzdem sehr wichtig.

Besonders sympathisch finde ich seinen besten Freund Marcus. Er ist einfach ein lieber Kerl, den man gern in seinem Freundeskreis hätte. Er unterstützt Wern bei vielen seiner Pläne, gibt zwischendurch aber gerne seinen Senf ab und hat mich dadurch einfach von Anfang an gepackt.

Die Autorin hat es geschafft, dass der Leser schnell in die einzelnen Zeitzonen eintaucht und mit den Situationen verschmelzt. Sie bringt in diesem Roman viele verschiedene Aspekte zur Sprache: Liebe, Freundschaft, Familiengeheimnisse und Kriegsverbrechen. Ihr Schreibstil ist hier klar, neutral und wenig wertend. Sie bringt hier viele (schreckliche) Dinge ans Tageslicht, die der Leser und auch die Protagonisten verarbeiten müssen.

Als ich am Ende dieses Tages meinen Sicherheitsgurt anlegte und dabei zerstreut das Lächeln einer hübschen Mitreisenden erwiderte, fühlte ich mich aufgewühlt und unbehaglich. Die Grenzen zwischen Gut und Büse erschienen mir verschwommener denn je. Das Leben entglitt mir, und ich fragte mich, ob ich es jemals wieder in den Griff bekommen würde.

Fazit:

Es handelt sich hierbei um einen (historischen) Roman, der Familiengeschichten während des zweiten Weltkriegs thematisiert. Und um die Liebe, die trotz allem auch noch Jahre später existiert. Von mir eine Kaufempfehlung!

 

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