[Rezension] Uns gehört die Nacht – Jardine Libaire

[Rezensionsexemplar]

Hallo meine Lieben,

heute gibt es mal wieder eine Rezension für euch. Diesmal geht’s um Uns gehört die Nacht aus dem Diogenes Verlag. Kennt ihr das Buch? Wenn ja, wie hat es euch gefallen?

Titel: Uns gehört die Nacht
Autorin: Jardine Libaire
Übersetzung: Sophie Zeitz
Verlag: Diogenes
Seitenzahl: 456 Seiten

Uns gehört die Nacht

Klappentext:
Als Elise Perez an einem trostlosen Winternachmittag in New Haven den Yale-Studenten Jamey Hyde kennenlernt, ahnt keiner, dass hier und jetzt ihrer beider Schicksal besiegelt wird. Was als obsessive Affäre beginnt, wird zu einer alles verändernden Liebe. Doch Elise ist halb Puerto-Ricanerin, ohne Vater und Schulabschluss aufgewachsen, und Jamey der Erbe einer sagenhaft reichen Familie von Investmentbankern. Wie weit sind sie bereit zu gehen? [Quelle: Diogenes]

Meine Meinung:
Für diese Rezension habe ich ein wenig länger gebraucht, aber jetzt gibt es sie endlich für euch!
Die Geschichte klingt wirklich vielversprechend und so habe ich mich direkt ans Lesen gesetzt, als das Buch bei mir eingetroffen ist. Es handelt sich um die Liebesgeschichte von Elise und Jamey, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Doch irgendwie spielt sich von Anfang an etwas magisches zwischen ihnen ab, sodass sie einfach nicht voneinander loskommen. Beide haben im Laufe des Buches immer wieder Zweifel, ob ihre Beziehung wirklich eine Zukunft hat. Und vor allem die Familie und Freunde von Jamey nehmen die Beziehung der beiden nicht ernst, da sie es eher als eine kleine Spielerei abtun. Sie können nicht glauben, dass Jamey wirklich etwas für Elise empfindet, die doch so gar nicht in ihr Leben passt. Aber entgegen aller Erwartungen kann Jamey nicht ohne Elise leben. Und so entwickelt sich im Verlauf des Buches eine Liebesgeschichte, die ich so noch nicht gelesen habe.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass Libaire eine Realität erschafft, die nicht ausgeschmückt oder besonders schön dargestellt wird. Nein. Sie entführt uns in eine Geschichte, die einfach sehr realistisch wirkt. Und das macht dieses Buch und Libaires Schreibstil aus. Sie verschönert nicht, sondern schreibt sehr direkt und klar, was gemeint ist oder wie etwas ausschaut. Denn was gleich klar ist: es ist nicht die Art von Liebesgeschichte, in der die beiden Protagonisten am Ende Händchen haltend in den Sonnenuntergang laufen. Es scheint eine bedingungslose Liebe zu sein. Ohne großen Anspruch an den Anderen. Aber eine Liebe, die viele Probleme übersteht. Und das liegt wahrscheinlich vor allem darin, dass James und Elise diese Probleme gemeinsam angehen und aus dem Weg schaffen.

Elise fühlt sich im Laufe des Buches immer wieder als Außenseiterin, da sie nicht sehr gebildet ist und in sehr armen Verhältnissen groß geworden ist. Sie hat keine gute Schule besucht, wie es James gemacht hat. Sie musste für das, was sie hat, kämpfen und hat nur wenig Unterstützung erhalten. Doch James sieht im Verlauf des Buches eine andere Elise, als die, die sich in Allgemeinbildung nicht gut auskennt. Er lernt ihr wahres Wesen kennen und merkt schnell, dass er sich auf sie verlassen kann, egal was kommt. Und verliebt sich in sie.

Manchmal bleibt sie stehen, um sich eine Zigarette anzuzünden, das Gesicht über dem Bic verzogen, Flamme in ihrer Goldkette funkelnd, dann geht sie mit ihrem coolen wiegenden Schritt weiter, Füße einwärts gedreht – dem Gang, nach dem er süchtig geworden ist. Süchtig?
Sie haben heute nichts mehr vor. Keine Verpflichtungen. Und das ist himmlich. Himmlisch?, denkt er.
Und genau das ist es – mit diesem Mädchen hier herumzuwandern, die Gegend zu entdecken, zu spielen, zu reden … Sie lachen zu sehen, den Kopf in den Nacken geworfen, voller Sarkasmus, voller Lust – es ist, als hätte ihn ein seltsamer Blitz getroffen.

Dieses Buch ist unglaublich ehrlich. Es beschreibt von der ersten Zeile an die Wahrheit. Und diese Ehrlichkeit wirkt auf mich zwischenzeitlich etwas distanziert. Ich habe das Gefühl, dass sich die beiden – trotz aller Dinge, die sie miteinander erlebt haben – nicht ganz aufeinander eingelassen haben. Obwohl sie immer wieder das Gegenteil beteuern. In dieser Ehrlichkeit steckt eine Distanz für den Leser, den ich leider nicht ganz ausblenden konnte. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass die beiden sich trotzdem nicht ganz auf die Beziehung eingelassen haben und eine gewisse Distanz brauchen. Und das ist sehr schade, da das im Kontrast zur Geschichte an sich steht.

Fazit:
Es ist eine etwas andere Liebesgeschichte als die, die man sonst liest. Aber sie sprüht nur so vor Ehrlichkeit und Liebe. Trotzdem habe ich zwischendurch immer wieder eine gewisse Distanz zwischen den Beiden festgestellt, die ich nicht ganz einordnen konnte.

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