[Rezension] Wie tief ist deine Schuld – Ruth Ware

[Rezensionsexemplar]

Heute gibt es für euch eine Rezension zu dem Thriller Wie tief ist deine Schuld aus dem dtv Verlag. Nochmal vielen Dank für die Bereitstellung des Buches!

Titel: Wie tief ist deine Schuld
Autorin: Ruth Ware
Übersetzung: Stefanie Ochel
Verlag: dtv Verlag
Seitenzahl: 448 Seiten

Wie tief ist deine Schuld

Klappentext:
»Ich brauche deine Hilfe.« Mehr steht nicht in der Nachricht, die Isa von ihrer alten Schulfreundin Kate bekommt. Aber die wenigen Worte genügen. Isa lässt alles stehen und liegen und fährt nach Salten – dem Ort, wo sie einst mit ihren drei Freundinnen Kate, Thea und Fatima das glücklichste und zugleich grauenvollste Jahr ihres Lebens verbracht hat. Was am Ende jenes Jahres geschah, wird keine von ihnen je vergessen. Nun ist an der Küste eine Leiche gefunden worden. Sie alle wissen, wer es ist. Und sie wissen auch, wie die Leiche dort hingekommen ist, vor siebzehn Jahren. [Quelle: dtv Verlag]

Meine Meinung:
Von Ware habe ich schon Woman in Cabin 10 gelesen und war damals sehr begeistert vom Schreibstil der Autorin. Umso mehr habe ich mich auch über dieses Buch gefreut. Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Wir tauchen direkt ein in die Geschichte und erleben aus der Sicht von Isa, wie sich ihr Leben nach so vielen Jahren wieder schlagartig verändert. Denn ihre Freundin Kate hat ihr und ihren beiden damaligen Freundinnen Thea und Fatima eine SMS geschrieben, die alle drei direkt wieder in die Zeit vor 17 Jahren zurück versetzt. Obwohl die Freundinnen damals unzertrennlich waren, haben sie sich in den kommenden Jahren nur noch sehr selten gesehen. Trotzdem lassen die Frauen alles stehen und liegen und reisen sofort zurück in das verschlafene Örtchen Salten, wo sie damals gemeinsam auf die Schule gegangen sind. Kate ist die Einzige von ihnen, die noch dort wohnen geblieben ist. Und so hat sie auch als Erste erfahren, dass Leichenteile an Land gespült wurden.

Die Geschichte nimmt relativ schnell Fahrt auf und wir springen durch die Vergangenheit und die Gegenwart der Frauen. Dieser stilistischer Kniff hält die Spannung aufrecht und ich habe von Kapitel zu Kapitel das Gefühl, der Auflösung des Rätsels immer näher zu kommen. Doch bis zum Ende wird nicht klar, was sich letztlich vor 17 Jahren wirklich vor Ort ereignet hat. Und das finde ich großartig.

Ware schafft es, dass man immer wieder seine Meinung bezüglich möglicher Motive und Geschehnisse revidiert und letztlich doch auf dem Holzweg bleibt. Ihr Schreibstil hat mich wieder gefesselt und durch ihn konnte ich das Buch einfach nicht zur Seite legen. Man möchte unbedingt wissen, was damals vor 17 Jahren passiert ist und warum die vier kaum Kontakt zueinander haben. Die Beschreibungen der Vergangenheit zeigen, dass sie eine unglaublich enge Beziehung zueinander hatten. Was ist passiert, damit diese engen Freundschaften scheinbar nichts mehr wert sind? Und wie kommt es, dass dann trotzdem alle drei sofort in den Zug springen, um Kate wieder in Salten beizustehen?

Salten stelle ich mir als gruseligen kleinen Ort vor, in dem man nicht lange verweilen möchte. Trotz der Nähe zum Meer  zieht der Ort kaum Touristen an. Und die Bewohner scheinen eher unsympathisch und unfreundlich zu sein. Überall hängen alte Fischernetze zur Dekoration aus. Doch bei näherer Betrachtung sind diese vor allem durch viele Spinnennetzen bedeckt. Der Ort ist fast ausgestorben und die Bewohner sind nur selten auf der Straße unterwegs. Aus Isas Blickwinkel wirkt es nicht sehr einladend und so hofft man sogar als Leser, dass sie den Ort schnell wieder verlässt.

Im Laufe des Buches kommen immer mehr Details rund um die Zeit vor 17 Jahren ans Licht und wir lernen dadurch die Charaktere auf einer ganz anderen Ebene kennen als in der Gegenwart. Und dadurch kann man vor allem eins feststellen: sie haben sich in den Jahren alle unglaublich verändert. Vor allem scheinen sie alle sehr viel ängstlicher geworden zu sein. Doch als sie nun wieder zu viert Zeit miteinander verbringen, gibt es immer wieder kleinere Momente, wo sie so unbeschwert wie damals sind. Diese Beschreibungen haben mir wirklich gut gefallen und zeigen vor allem auch, wie viel sie einander bedeuten. Doch die Auflösung der Geschichte lässt den Leser ein bisschen verwirrt und ratlos zurück. Nicht unbedingt, weil es keinen Sinn macht. Sondern weil man während des Lesens nicht in diese Richtung gedacht hat. Und das spricht sehr für den Schreibstil und die Idee von Ware.

Fazit:
Ein wirklich guter und spannender Thriller, der starke Charaktere beschreibt und eine Auflösung liefert, die mir nicht gekommen ist. Ware schafft es, dass man in die Geschichte des Örtchens Salten eintaucht und im Strudel der Vergangenheit versucht, Licht ins Dunkle zu bekommen. Eine große Empfehlung!

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2 Gedanken zu “[Rezension] Wie tief ist deine Schuld – Ruth Ware

  1. Hallo Nana 🙂
    Danke für Deine tolle und ausführliche Rezension. Neues Jahr, neue Genres – ein weiterer Vorsatz und dieser Roman könnte den Anfang machen. Die Geschichte klingt sehr spannend. Ich dachte gleich an „Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast“. Du hast mich neugierig gemacht, danke! 🙂
    Alles Liebe
    Melanie

    1. Liebe Melanie,
      Vielen Dank. Das höre ich gerne. Ich hoffe, es gefällt dir ähnlich gut wie mir.
      Und dein Vorsatz ist wirklich toll. Das merke ich mir mal :-)
      Viele Grüße
      Sandra

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