[Rezension] Das Dorf in den roten Wäldern – Louise Penny

Titel: Das Dorf hinter den roten Wäldern. Der erste Fall für Gamache.
Autorin: Louise Penny
Übersetzung: Andrea Stumpf, Gabriele Werbeck
Verlag: Kampa Verlag
Seitenzahl: 400 Seiten

Klappentext:
Rückblende: Wie ist Gamache eigentlich zu seinem Wochenendhaus in Three Pines gekommen? Als er noch nicht Polizeichef von Québec war, sondern nur Chef der Mordkommission in Montréal, führte ihn ein Fall in das charmante Dorf mitten in den kanadischen Wäldern, wo jeder jeden kennt und man auf seine Nachbarn zählen kann. Die Idylle wird jäh zerstört, als am Erntedankfest, einem leuchtend klaren Herbsttag, die Leiche von Jane Neal gefunden wird – getötet durch den Pfeil einer Armbrust. Es kann sich nur um einen Jagdunfall handeln, denn wer hätte einen Grund gehabt, die pensionierte Lehrerin umzubringen?
Inspector Gamache muss die Sache aufklären, damit der Dorffrieden wiederhergestellt wird. Dabei wird er nicht nur den Mörder finden, sondern auch Freunde, wie die Buchhändlerin Myrna, die schrullige alte Dichterin Ruth oder Gabri und Olivier, das schwule Paar, das die Pension im Dorf führt. Und Gamache schließt Three Pines bei seinen Ermittlungen so sehr ins Herz, dass aus dem Tatort ein Sehnsuchtsort für ihn wird. [Quelle: Kampa Verlag]

Meine Meinung:
Ich habe im vergangenen Jahr schon einen Teil der Gamache-Reihe gelesen, nämlich Hinter den drei Kiefern. In meiner Rezension hatte ich damals schon angemerkt, dass es sich bei diesem Buch um den 13. Teil gehandelt hat, aber man diese Information leider erst nach einiger Recherche erhalten hat. Mittlerweile ist nun der erste Teil der Reihe im Kampa Verlag erschienen und ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass ich diesen Teil zum Rezensieren erhalten habe. Die Charaktere sind mir schon im 13. Band unglaublich ans Herz gewachsen, aber ich war vor allem auch daran interessiert, wie sie sich entwickelt haben und wo der Anfang liegt. Jetzt durfte ich dieses erste Buch der Reihe lesen und habe mich direkt noch mehr in die vermeintliche Idylle Kanadas verliebt.

Armand Gamache, der Chef der Mordkommission, wird nach Three Pines gerufen, da dort die Leiche von Jane Neal gefunden wurde, die schon viele Jahrzehnte in Three Pines gewohnt hat. Das Besondere: Sie wurde mit einem Pfeil getötet. Was hat es mit diesem Delikt auf sich? War es Absicht? Oder ist es möglicherweise aus Versehen bei der Jagd passiert? Diese Fragen brennen Gamache unter den Nägeln und er erhofft sich vor allem durch die ansässigen Einwohner Einblicke in das Leben von Neal. Wollte ihr jemand etwas Schlechtes? Hatte sie möglicherweise ein dunkles Geheimnis, welches nicht ans Licht kommen sollte?

Wie weiter oben schon beschrieben, lernen wir in diesem Teil alle – für den Verlauf der Reihe – wichtigen Personen des Dorfes Three Pines kennen. Jede Person wird auf ihre ganz eigene Art vorgestellt und in die Geschichte eingeführt. Genauso wie Gamache betreten wir das Dorf zum ersten Mal und nehmen all die Kleinigkeiten in uns auf. Die Dorfbewohner scheinen sich alle sehr gut zu kennen, nur selten ziehen neue Bewohner dazu. Sie bleiben also hauptsächlich unter sich. Im Dorf gibt es alles, was man braucht: einen Gemischtwarenladen, ein Bistro, eine Bäckerei und einen Buchladen. Vor allem das Bistro gilt als Treffpunkt der Einwohner. Und so verbringt auch Gamache mit seinen Kollegen einen Großteil der Zeit dort, um ein Gefühl für die Stimmung und die Bewohner zu erhalten.

Diese Geschichte ist wirklich sehr verwoben und die Auflösung habe ich nicht direkt kommen sehen. Das ist ja bei einem Krimi immer ein gutes Zeichen ;-) Was mir besonders gut gefallen hat, ist der Wechsel der Perspektiven in den einzelnen Kapiteln. Wir erfahren also nicht nur, was Gamache sieht, denkt und wie er handelt. Sondern wir bekommen auch Einblicke in die Denkweise seiner Kollegen, was ich besonders spannend finde. Vor allem die neue Kollegen Yvette Nichol ist interessant zu begleiten und spaltet die Geister. Gamache gibt ihr viele Tipps, wie ein Mordfall angegangen werden soll und was besonders wichtig ist. Doch ihre Art macht vielmehr deutlich, dass sie glaubt, alles schon zu wissen. Sie scheint nicht willens, von Gamache zu lernen. Das geht allerdings nur bis zu einem gewissen Grad gut.

Mir hat der Schreibstil von Penny unglaublich gut gefallen. Anders als in Hinter den drei Kiefern nimmt sie sich sehr viel Zeit für die Vorstellung der Anwohner und zieht den Leser direkt in die Geschichte hinein. Man fiebert mit, verdächtigt von Kapitel zu Kapitel eine andere Person und ist letztlich überrascht über den Ausgang. Die Beschreibungen der Landschaft sind unglaublich. Dieser Ort hat eine unfassbar große Anziehungskraft und man möchte am liebsten Teil dieser Gemeinde werden und gemeinsam mit ihnen mitten im Dorf auf dem sogenannten Dorfanger sitzen und das Geschehen einfach nur beobachten.

Fazit:
Für mich ein unglaublich toller Einstieg in die Geschichte rund um Gamache. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass er dieses Dorf in nur wenigen Tagen ins Herz geschlossen hat. Was mir besonders gut gefallen hat ist der Kontrast zwischen dem Geschehnis und die Idylle, die dieses Dorf und seine Bewohner ausstrahlen. Wirklich toll!


Vielen Dank an den Kampa-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

2 Gedanken zu “[Rezension] Das Dorf in den roten Wäldern – Louise Penny

    1. Vielen lieben Dank 💜 ist wirklich ein toller Auftakt dieser Reihe. Ich freue mich schon auf die kommenden Bände!
      Hab eine tolle Woche 😊😊

Hinweis: Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie Sich mit der in der Datenschutzerklärung erwähnten Datenspeicherung einverstanden. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s