[Rezension] The Hurting – Lucy van Smit

Heute habe ich eine Besprechung des Jugendbuches The Hurting aus dem Carlsen- Imprint Chickenhouse für euch. Kennt einer von euch das Buch schon?

Titel: The Hurting. Als du mich gestohlen hast
Autorin: Lucy van Smit
Übersetzung: Sophie Zeitz
Verlag: Chickenhouse/Carlsen
Seitenzahl: 368 Seiten

The Hurting

Klappentext:
Nell glaubt nicht an Liebe auf den ersten Blick – bis sie Lukas begegnet. Dem attraktiven und irgendwie wilden Jungen im Wolfsmantel. Mit Lukas wird ihr Leben schöner, mit ihm kann sie glücklich sein. Doch Lukas verfolgt einen finsteren Plan und als Nell das begreift, ist sie schon mitten im Nirgendwo, hat ein Kind entführt und wird von der Polizei gesucht. Und hier, in der Einsamkeit norwegischer Wälder, beginnt für sie ein Überlebenskampf – gegen die Natur, gegen Wölfe, gegen den Schmerz und gegen den Jungen, den sie liebt. [Quelle: Carlsen]

Meine Meinung:
Der Einstieg in das Buch war für mich etwas holprig. Der Schreibstil war anfangs etwas schwierig, weil nicht direkt greifbar war, was sich hinter dieser Geschichte verbirgt. Im Klappentext wird zwar direkt deutlich, dass es sich um die Liebe zwischen Nell und Lukas dreht, die aber scheinbar etwas komplizierter ist und sogar in einer Kindesentführung mündet. Aber wie es dazu gekommen ist und welche Rollen sowohl Nell als auch Lukas in dieser ganzen Geschichte spielen – das war mir nicht direkt klar und so habe ich eine Weile gebraucht, bis ich wirklich in der Geschichte war.

Nell ist eine aufopferungsvolle junge Frau, für die ihre Familie bzw. vor allem ihre kranke Schwester Harper an erster Stelle steht. Sie passt sich an, hilft im Haushalt und versucht Harper dadurch so gut es geht zu unterstützen. Ihre Mutter hat die Familie sehr früh kurz nach Nells Geburt verlassen, wodurch sich ihr Vater allein um beide Kinder kümmern musste. Als dann auch noch Krebs bei Harper diagnostiziert wurde, scheint die Welt still zustehen. Ihr Vater setzt alles daran, um den Krebs zu besiegen. So zieht die Familie kurzerhand von England nach Norwegen, da der Vater glaubt, dass die Luft und die Ärzte dort besser sind. Was sich Nell wünscht, wird gar nicht erst diskutiert. Sie spielt nur die zweite Geige in dieser Familie, wird angeschrien, muss ihrer Schwester die Medikamente geben, da ihr Vater es nicht schafft und darf kein eigenes Leben haben. Sie muss bei vielen Dingen zurückstecken und verzichten. Hat sie doch mal Spaß, funkt ihr Harper dazwischen und verbietet ihr regelrecht alles. Wenn Harper kein Spaß im Leben hat, dann darf Nell ihn auch nicht haben – so scheint das Kredo in der Familie zu sein. Dass ihr Vater ein Alkoholproblem hat, macht die Situation zu Hause nicht besser für sie.

Also Nell dann auf Lukas trifft, wird ihr klar, dass ihr viel mehr zusteht. Sie muss sich nicht immer unterordnen, auch sie hat ein Leben. Und das möchte sie am liebsten mit ihm verbringen. Sie wird von ihm in seinen Bann gezogen und realisiert selbst nicht, was für einen (gefährlichen) Einfluss er auf sie hat. Sie fühlt sich geliebt und akzeptiert, hinterfragt aber nicht, warum er sich so verhält. Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf, es scheint, als würde Lukas testen, wie weit Nell gehen wird.

Die Geschichte ist in drei große Teile eingeteilt: Liebe, Rettung und Opfer. Die Kapitel werden aus der Sicht von Nell und von Lukas geschrieben. Auch wenn Nells Teil der größte Part ist, fand ich vor allem Lukas Gedanken sehr spannend. Denn dabei erfahren wir schon relativ früh, dass er etwas im Schilde führt, auch wenn noch nicht direkt klar ist, was er wirklich vor hat. Seine Kapitel fand ich teilweise sehr düster, was wahrscheinlich auch der Sinn dahinter ist. Doch sind seine Gedanken nicht durchweg negativ. Er zeigt dem Leser zwischendurch immer wieder, dass er hin- und hergerissen ist bei dem, was er vor hat und was er fühlt. Er wundert sich über sich selbst und über seine Gefühle, die aufkommen. Mit diesen scheint er nicht gerechnet zu haben.

Nell ist im Gegensatz zu Lukas von Anfang an überzeugt von ihrer Liebe und seiner Anziehungskraft. Sie glaubt, ihren Seelenverwandten gefunden zu haben und setzt alles daran, ihm gerecht zu werden.

Liebe ist wirklich ein kosmischer Witz. Sie sticht jeden vernünftigen Gedanken aus. Das hier fühlt sich größer an als alles andere auf der Welt. Größer als unsere Familie. Größer als meine Träume. Ich hätte nie gedacht, dass ich so empfinden kann. Es ist ein unvergleichliches Gefühl.

Fazit:
The Hurting ist ein unglaublich spannendes und vielseitiges Buch. Es wird deutlich, wie viel Einfluss andere Menschen auf die Gedanken und das Handeln von jungen Erwachsenen haben können. Doch leider war es vor allem am Anfang und auch an einigen Teilen zwischendurch etwas holprig, wodurch ich Schwierigkeiten hatte, beim Lesen am Ball zu bleiben. Die Idee der Geschichte ist allerdings wirklich gut gelungen und die Beschreibungen der Landschaften haben mich direkt nach Norwegen transportiert.


Ich bedanke mich beim Carlsen-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

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