[Rezension] Falling Fast und Flying High – Bianca Iosivoni

Heute gibt es eine Rezension der beiden Teile der Hailee & Chase Reihe von Bianca Iosivoni. Es macht für mich mehr Sinn, beide gemeinsam zu besprechen, um einen umfangreichen Einblick geben zu können.

Diese Rezension enthält möglicherweise Spoiler (besonders in Bezug auf den 2. Band).

Titel: Falling Fast / Flying High
Autorin: Bianca Iosivoni
Verlag: LYX
Seitenzahl: 480 Seiten / 432 Seiten

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Klappentexte:
Hailee DeLuca hat einen Plan: Die Zeit, in der sie sich zu Hause verkrochen und vor der Welt versteckt hat, ist vorbei. Sie will mutig sein und sich all die Dinge trauen, vor denen sie sich früher immer zu sehr gefürchtet hat. Doch dann lernt sie Chase Whittaker kennen – und weiß augenblicklich, dass sie ein Problem hat. Denn mit seiner charmanten Art weckt Chase Gefühle in ihr, die sie eigentlich niemals zulassen dürfte. Und nicht nur das. Er kommt damit ihrem dunkelsten Geheimnis viel zu nahe. [Quelle: Bastei Lübbe]

Hailee hatte ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis, das niemand kannte und niemand erfahren sollte. Am allerwenigsten Chase, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat. Hailee war klar, dass sie Chase verlieren würde. Sie wusste es von der ersten Sekunde an, als sie ihm gegenüberstand. Und doch hat er ihr Herz mit jedem Lächeln und jeder Berührung ein bisschen mehr erobert. Aber gibt es für sie beide überhaupt eine Chance? Oder müssen sie einsehen, dass manchmal nicht einmal die Liebe ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten? [Quelle: Bastei Lübbe]

Meine Meinung:
Dank des Schreibstils Iosivoni konnte ich wirklich gut in die Geschichte eintauchen. Sie hat es mit nur wenigen Worten geschafft, dass ich sowohl Hailee als auch Chase sofort in mein Herz geschlossen habe.

Hailee macht sich auf den Weg in ein Abenteuer und lässt dafür ihre Familie in dem kleinen Örtchen zurück, in dem sie mit ihrer Zwillingsschwester aufgewachsen ist. Sie möchte mehr erleben, mehr Einblicke bekommen und andere Orte kennenlernen. Deshalb entschließt sie, einen Roadtrip zu machen. Bisher ist sie eher schüchtern, traut sich oftmals nicht, für Dinge einzustehen, die sie interessieren und wirkt zurückhaltend. Doch dieser Sommer soll alles ändern. Sie will aus sich herauskommen, will einfach nur an sich denken und tolle Sachen erleben. Der Plan geht bis zum Ort „Fairwood“ auf. Dort hat sie dann leider Probleme mit ihrem Auto und muss länger als geplant in der Kleinstadt bleiben. Und in dieser kurzen Zeit scheint sie sesshaft zu werden. Sie findet Freunde, hat einen Job und scheint sich nach und nach zu verlieben. Sie fühlt sich in Fairwood wie zu Hause und scheint einen inneren Konflikt darüber zu haben, ob sie bleiben oder ihrem ursprünglichen Plan nachgehen sollte. Was es genau mit ihrem Plan auf sich hat, davon ahnt der Leser zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Erst am Ende des ersten Bandes wird klar, was sie sich vorgenommen hat und was sie – ihrer Meinung nach – ihrer Schwester schuldig ist. Bei dem Roadtrip sollte es nicht nur darum gehen, neue Orte und Menschen kennenzulernen und aus dem Schneckenhaus herauszukommen, in dem sie lebt. Nein, sie will zu ihrer Schwester. Zu Katie, die gestorben ist. Katie, die quirlige der Beiden, die immer gut drauf war und sich Sachen gewagt hat. Nur für sie wollte sie diesen Roadtrip machen und ihr zeigen, dass sie auch so spontan sein kann. Vor allem am Ende des ersten Buches und im Großteil des zweiten  Bandes wird klar, wie sehr sie Katie und ihre Art vermisst und wie schwer es für sie ist, zu akzeptieren, dass Katie nicht mehr da ist, dass sie nie wieder nachts zu ihr gehen kann, wenn es gewittert oder wenn sie reden möchte. Sie fühlt sich allein und so hilflos. Iosivoni hat vor allem diese Hilflosigkeit im zweiten Band unglaublich intensiv herausgearbeitet. Man fühlt mit Hailee, möchte sie am liebsten ganz fest in den Arm nehmen und ihr zeigen, wofür es sich zu leben lohnt.

Sie geht den letzten Schritt nicht, hat aber schon Abschiedsbriefe an Chase und auch ihre Eltern geschrieben, die alle aufgerüttelt haben. Der Fokus des zweiten Bandes liegt vor allem in der Aufarbeitung des Geschehenen und wie alle Beteiligten mit dieser Situation bestmöglich umgehen sollten.

Vor allem Chase fühlt sich wie ein Wrack. Die gemeinsamen Wochen, als er noch nicht wusste, was Hailee vor hat, waren für ihn unglaublich. Er hat sich nach und nach in Hailee verliebt und  will sie nicht verlieren. Er hat die Wochen in Fairwood zu den Besten in Hailees Leben gemacht. Das war auch einer der Gründe, warum Hailee doch nicht gehen konnte. Er hat ihr gezeigt, wie schön das Leben sein kann, wie wichtig Freundschaften und Liebe sind. Doch als er dann ihren Abschiedsbrief gelesen hat, ist er aus allen Wolken gefallen. In den Tagen nach dem Versuch des Selbstmordes will er nicht, dass sie allein ist. Und so passt er abwechselnd mit ihren Freunden auf Hailee auf. Als dann ihre Eltern kommen und sie letztlich mit nach Hause nehmen, geht die Welt fast ein zweites Mal für ihn unter: Wie soll er sie auf diese Entfernung beschützen? Wie kann er so noch bei ihr sein? Will sie überhaupt, dass sie noch Kontakt haben? Und wie geht es mit ihm und seinem Leben weiter? Es gibt viele Fragezeichen in seinem Leben und er weiß nicht, wie er sie auflösen soll. Soll er weiterhin den Kontakt zu Hailee suchen oder erstmal Abstand halten, bis sie sich wieder gefangen hat? Sind ihre Eltern überhaupt die richtigen, um sie wieder aufzupäppeln?

Wie eingangs schon gesagt, hat Iosivoni eine unglaublich emotionale und intensive Geschichte erschaffen, die mich auch noch im Nachgang sehr beschäftigt hat. Sie hat es mit ihrem für mich einzigartigen Schreibstil sehr schnell geschafft, dass ich in die Thematik des Buches eintauche und mir genau die Fragen stelle, die sich Chase vor allem im Verlauf des zweiten Bandes stellt.

Doch auch das Setting drumherum hat es mir angetan. Ich mag diesen Kleinstadt-Charme mit den kleinen Geschäften und Cafés und vor allem die Charaktere, die sie dort angesiedelt hat. Man merkt sehr schnell, wie herzlich und offen diese Gemeinde ist und ich konnte wirklich gut nachvollziehen, warum sich Hailee dort direkt wohl und geliebt gefühlt hat. Die Freundschaften, die dort in so kurzer Zeit entstanden ist, scheinen einzigartig und ohne sie wäre der Ausgang der Geschichte wahrscheinlich ein anderer gewesen.

Fazit:
Hut ab vor Iosivoni, die mit dieser Dilogie ein bisher wenig beschriebenes Thema so unglaublich herzlich und emotional erschaffen und mich von der ersten Seite in ihren Bann gezogen hat.

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