[Rezension] Das Tagebuch der Anne Frank (Graphic Diary) – Ari Folman und David Polonsky

Titel: Das Tagebuch der Anne Frank – Graphic Diary
Umgesetzt durch: Ari Folman und Davod Polonsky
Übersetzung: Mirjam Pressler, Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Verlag: S. Fischer
Seitenanzahl: 160 Seiten

Das Tagebuch der Anne Frank

Klappentext:
Anne Franks Tagebuch, weltbekannt und geliebt, liegt jetzt in einer völlig neuen Fassung vor: »Das Tagebuch der Anne Frank: Graphic Diary. Umgesetzt von Ari Folman und David Polonsky« ist eine einzigartige Kombination aus dem Originaltext und lebendigen, fiktiven Dialogen, eindrücklich und einfühlsam illustriert von Ari Folman und David Polonsky. Beide bekannt für ihr Meisterwerk »Waltz with Bashir«, das u.a. für den Oscar nominiert war. So lebendig Anne Frank über das Leben im Hinterhaus, die Angst entdeckt zu werden, aber auch über ihre Gefühle als Heranwachsende schreibt, so unmittelbar, fast filmisch sind die Illustrationen. Das publizistische Ereignis zum 70. Jahrestag der Erstveröffentlichung, autorisiert vom Anne Frank Fonds Basel. [Quelle: S. Fischer Verlag]

Meine Meinung:
Wer kennt sie nicht, Anne Frank – DAS Gesicht einer Jüdin im Zweiten Weltkrieg? Ich habe das Tagebuch vor einigen Jahren im Jugendalter gelesen und war damals entsetzt über die Erzählungen. Auf der anderen Seite war Anne trotz der Situation immer noch positiv gestimmt und hat viel an ihre Zukunft gedacht und daran, was nach dem Krieg passieren wird. Das fand ich faszinierend. Sie hat versucht, das Beste aus der Situation zu ziehen und sich an etwas festzuhalten. Sie zeigte eine für ihr Alter unglaubliche Willenskraft.

Als ich dann das Graphic Diary gesehen habe, war klar, dass ich es auch lesen muss. Den Zugang zu Graphic Novels habe ich bisher leider noch nicht gefunden, aber bei diesem Buch wollte ich es trotzdem versuchen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Zum Inhalt werde ich an dieser Stelle nicht viel erzählen, da ich davon ausgehe, dass der Klappentext ausreichend ist und jeder schon mal von Anne Frank und dem Leben im Hinterhaus gehört hat.

Das Buch hat nur 160 Seiten und so kann man es relativ schnell lesen. Das habe ich auch getan. Das Buch enthält sowohl Passagen, die direkt aus dem Original-Tagebuch gezogen wurden, aber auch einige fiktive Situationen und Dialoge, die sich Folman und Polonsky ausgedacht haben. Sie haben wirklich sehr gute Arbeit geleistet, da man als Leser keinen Bruch zwischen den beiden Erzählformen spürt. Es wirkt alles sehr harmonisch und passend.

Die Illustrationen sind sehr detailreich und ausdrucksstark gezeichnet worden. Ein großes Lob an dieser Stelle! Wir erleben durch die Zeichnungen viele unterschiedliche Facetten von Anne und den restlichen Bewohnern des Hinterhauses. Wir sehen sie sogar altern und blicken mit ihnen in die Zukunft. Auch wenn sie diese leider nicht erleben werden. Bei diesen Umsetzungen wird der Leser emotional eingefangen, weiß er doch, wie es für die Bewohner weitergeht.

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Es gibt unterschiedliche Zeichnungsarten. Manche Situationen werden auf einer Doppelseite gezeigt, z.B. die Illustration eines Flugzeugabsturzes oder die Darstellung der Bewohner beim Abendessen. Dann folgt eine ganzseitige Passage des Tagebuches, wo nur ein einzelnes grafisches Element auf der Seite zu sehen ist. Ich mochte diese Abwechslung beim Lesen sehr gern.

Was ich besonders eindrucksvoll finde, ist die Darstellung von Anne Frank. Durch die Illustrationen bekommen wir ihr sehr facettenreiches Wesen wirklich zu spüren. Wir erleben mit, wie sie sich über ihre Familie ärgert, wie sie sich verliebt und wie sie ihre Mutter verdammt. Durch die Art der Zeichnungen sehen wir auf den ersten Blick, in welche Richtung es bei Anne geht. Manche Bilder sind knallbunt gezeichnet (was im starken Kontrast zu der Situation an sich steht), andere sind sehr dunkel und düster gehalten. Diese Umsetzung ist einfach mehr als gelungen!

Fazit:
Anfangs war ich skeptisch, ob mich eine Graphic Novel zu diesem Thema wirklich abholen kann. Doch schon nach wenigen Seiten war klar, dass die Emotionen vor allem durch die Bilder entstehen und den Leser trotz der Kürze des Buches (im Vergleich zum Original) sehr gut einfangen. An dieser Stelle auf jeden Fall eine Empfehlung von mir!

2 Gedanken zu “[Rezension] Das Tagebuch der Anne Frank (Graphic Diary) – Ari Folman und David Polonsky

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