[Rezension] Aufregende Zeiten – Naoise Dolan

Titel: Aufregende Zeiten
Autorin: Naoise Dolan
Übersetzung: Anne-Kristin Mittag
Verlag: Rowohlt

Aufregende Zeiten

Klappentext:
Ava ist 22 und hat keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben anstellen soll.
Doch dann trifft sie Julian. Einen Banker. Einen Banker, der gerne Geld für sie ausgibt. Und plötzlich findet sie sich im Gästezimmer seiner Wohnung wieder und trinkt Clos Vougeot, spricht über schwankende Kurse und hat Sex. Ihre Einkommensunterschiede sind groß, und sie bewahren die selbsternannte Linke und Feministin Ava vor unangenehmen Fragen. Oder macht es sie vielleicht zu einer schlechten Feministin, dass er für alles zahlt?
Das wird sie herausfinden, sobald es vorbei ist. Julian verreist für längere Zeit – und Edith tritt auf den Plan. Edith, die ihr zuhört, wenn sie spricht, und ihr Freesien und Tulpen schenkt. Aber dann kehrt Julian doch unerwartet nach Hongkong zurück [Quelle: Rowohlt Verlag].

Meine Meinung:
Die Story hat mich beim Lesen des Klappentexts direkt interessiert: Es klingt nach einer spannenden und abwechslungsreichen Geschichte und ich habe einige Wirrungen (im Positiven!) erwartet. Und hier wurde ich auch nicht enttäuscht. Die Geschichte ist sehr einfach und ohne viel Schnickschnack erzählt, aber genau das ist das Besondere daran. Es wird nicht viel um den heißen Brei herum erzählt, sondern alles sehr direkt und eindeutig beschrieben.

Ava wird als eine junge Frau aus Dublin beschrieben, die nach Hongkong geht und dort eine Stelle als Lehrerin annimmt, bei der sie finanziell gerade so um die Runden kommt. Ihr größtes Problem: Sie glaubt nicht an sich, untergräbt sich selbst durch abwertende Gedanken (und Taten) und wirkt sehr verletzlich. Trotzdem geht sie eine Affäre mit Julian ein, einem reichen Banker, der sie finanziell aushält. Schon nach kurzer Zeit zieht Ava aus ihrer WG aus, um zu ihm in seine große Wohnung eines Hochhauses zu ziehen. Fortan blickt sie von oben hinab auf ihre altes Leben, in welchem sie genau überlegen musste, was sie wofür ausgibt, um auch am Ende des Monats noch genug Geld für Essen haben zu können. Diese Probleme scheinen nun vorbei.

Doch auch wenn Ava zu Julian zieht, handelt es sich hierbei nicht um eine klassische Beziehung. Sie sprechen nie darüber, was sie sind. In den wenigen Fällen, wo Ava andeutet, wie sehr sie sich in ihn verliebt hat, macht er dicht. Ihre Unterhaltungen sind gespickt durch Ironie und Sarkasmus und irgendwann weiß Ava nicht mehr, was ernst gemeint ist und was nicht. 

Als Julian Hongkong zeitweise aufgrund seines Jobs verlassen muss, darf Ava weiterhin in der Wohnung bleiben. Sie fühlt sich anfangs unwohl, da noch immer nicht geklärt ist, was zwischen ihnen nun ist. Aber dann lernt sie Edith kennen und stellt in der Zeit mit ihr fest, was ihr bei Julian fehlt: Edith nimmt sie ernst, hört ihr wirklich zu und diskutiert mit ihr. Alles das, was sie von Julian nicht kennt. Nach und nach werden ihr die Unterschiede zwischen den beiden immer deutlich, ja sie vergleicht sie immer wieder miteinander. Und muss sich dann entscheiden, wie es für sie weitergehen soll.

Es handelt sich hierbei um das Debüt von Dolan und ich bin wirklich begeistert von ihrem Schreibstil. Sie stellt die Geschichte ohne viele Schnörkel und Umwege dar und hat mich beim Lesen direkt in ihren Bann gezogen. Sie beschreibt die Situationen, wie sie sind, erzählt schonungslos, was passiert. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Fazit:
Ein Buch über Nähe und Distanz, über ganz unterschiedliche Auffassungen von Liebe und Beziehung. Glückwunsch an diesen Debütroman, Dolan hat hier wirklich eine „aufregende“ Geschichte zum Leben erweckt.


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

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