[Rezension] Wirklich nett – Marcy Dermansky

Titel: Wirklich nett
Autorin: Marcy Dermansky
Übersetzung: Martin Ruben Becker
Verlag: Kindler / Rowohlt

Wirklich nett

Klappentext:
Rachel Klein wollte eigentlich nicht ihren Professor für Kreatives Schreiben küssen. Aber mit seinen langen Wimpern, dem seidigen Haar und dem traurig-schönen Leben, das er auf Twitter offenbart, tut sie es doch. Und der Kuss ist …wirklich nett.
Zahid Azzam hatte nie vor, Dauergast in dem weitläufigen Haus einer seiner Studentinnen zu werden. Aber mit dem funkelnden Swimmingpool, dem unerschöpflichen Vorrat an Bio-Erdbeeren und Rachels schöner Mutter, tut er es doch. Und das Leben dort ist … wirklich nett.
Becca Klein hätte nie gedacht, dass sie sich so schnell nach ihrer Scheidung auf eine Liebesbeziehung einlassen könnte. Aber als der Professor ihrer Tochter in ihr Haus kommt und einen aprikosenfarbenen Pudel namens Princess mitbringt, tut sie es doch. Und die Affäre ist… eine sehr schlechte Idee! [Quelle: Rowohlt Verlag]

Meine Meinung:
Die Geschichte klingt auf den ersten Blick nach einer typischen Seifenoper mit vielen Verwirrungen, Unklarheiten und unerfüllter Liebe. Aber darüber hinaus gibt es noch viel mehr Einblicke in die Gedanken der drei Protagonisten.

Zunächst steigen wir aus Sicht von Rachel in die Geschichte ein, die sich während ihrer Zeit am College in ihren Professor für Kreatives Schreiben verliebt. Als dieser seine Oma in Pakistan besuchen will, lässt er kurzerhand seinen geliebten Hund Princess bei ihr, da er nicht weiß, bei wem der Hund in dieser Zeit bleiben kann. Bei der Übergabe des Hundes kommt es zu einem Kuss zwischen den Beiden, sie landen im Bett und Rachel fühlt sich in ihrer Ahnung bestätigt, dass auch ihr Professor Gefühle für sie hegt. Gemeinsam mit dem Hund zieht sie in den Ferien zu ihrer Mutter aufs Land nach Connecticut, wo sie in den letzten Jahren im Sommer immer in einem Feriencamp jobbt. Der Hund bleibt tagsüber bei ihrer Mutter Becca, die pensionierte Lehrerin ist. Als plötzlich Zahid dort auftaucht, weil er früher aus Pakistan zurückkommt, ergibt es sich, dass er zunächst für eine Nacht dort bleibt. Aber bei dieser einen Nacht wird es nicht bleiben. Becca und Zahid verstehen sich gut und auch Rachel hat immer noch die Hoffnung, dass zwischen ihnen mehr ist und somit bleibt Zahid vorerst bei ihnen im Haus der Mutter. Becca hat sich erst vor kurzer Zeit von ihrem langjährigen Ehemann getrennt, da dieser sie betrogen hat und fortan in New York bei seiner neuen Freundin wohnt.

Was Becca besonders überrascht: Sie empfindet von Tag zu Tag mehr für Zahid. Sie haben tagsüber ihren ganz besonderen Verlauf: Sie frühstücken, dann schreibt Zahid an seine Buch (er will nicht für immer Professor bleiben) und nachmittags unternehmen sie etwas gemeinsam, meistens gehen sie im hauseigenen Pool schwimmen. Doch es knistert immer mehr zwischen ihnen. Becca scheint zunächst unsicher, da sie merkt, dass ihre Tochter Rachel etwas für Zahid empfindet. Aber dieser macht ihr immer wieder schöne Augen und letztlich entwickelt sich etwas zwischen den Beiden, ganz still und heimlich. Vor allem auch, ohne dass Rachel etwas davon erfährt. Diese hat weiterhin die Hoffnung, dass sich Zahid nur im Haus ihrer Mutter zurückhält, um ihr nah zu sein.

Aus Zahid wird man nicht direkt schlau. Erst schläft er mit Rachel, fühlt sich dann aber sehr schlecht deswegen. Er reist nach Pakistan, kommt dann aber früher als geplant zurück. Seine Wohnung hat er eigentlich über den Sommer untervermietet, sodass er dort erstmal nicht zurück kann. Und so macht er sich auf den Weg zu Rachel, die ja noch seinen Hund hat. Geplant war eigentlich, den Hund zu holen und dann zu schauen, wie es weitergeht. Doch als er dann bei Rachel und Becca ist, fühlt er sich wohl. Becca umsorgt ihn, kauft ihm sogar Kleidung. Und er hat endlich nach langer Zeit wieder Lust, an seinem zweiten Buch zu schreiben. Ihm wird schnell klar, dass er so ein Haus, in dem er nun übergangsweise wohnt, niemals selbst finanzieren könnte. Sein Gehalt als Professor ist nicht das Beste und so möchte er es erstmal nicht wieder verlassen. Als sich nach und nach etwas zwischen ihm und Becca entwickelt, fühlt er sich bestätigt, dass er erstmal bleiben darf. Ein schlechtes Gewissen wegen Rachel scheint er nicht zu haben.

Der Schreibstil von Dermansky ist sehr erfrischend. Ich mag es, dass die Kapitel immer aus einer anderen Sicht geschrieben werden. Durch diese Abwechslung wird auch klar, wie unterschiedlich Situationen empfunden und interpretiert werden können. Das zeigt die Vielschichtigkeit des Buches.

Neben den drei Hauptcharakteren erfahren wir auch am Rande noch weitere Geschichten, die letztlich stark miteinander verbunden sind. Das macht die Komplexität dieser Story sehr deutlich und hebt sich dadurch von einer typischen Seifenoper ab, wie ich finde.

Fazit:
Alles in allem ein sehr spannendes Buch mit einigen, unvorhersehbaren Wendungen. Kompliment an die Autorin, die eine sehr umfangreiche Geschichte erstellt hat.


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

2 Gedanken zu “[Rezension] Wirklich nett – Marcy Dermansky

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