[Rezension] Mord zwischen den Zeilen – Janice Hallett

Titel: Mord zwischen den Zeilen
Autorin: Janice Hallett
Übersetzung: Sabine Schilasky
Verlag: Rowohlt Verlag

Mord zwischen den Zeilen

Klappentext:
Ein Schicksalsschlag bringt eine englische Dorfgemeinde zusammen: Die kleine Poppy Reswick ist an Krebs erkrankt. Schnell hat die lokale Theatergruppe «The Fairway Players» 250000 Pfund für die Behandlung zusammengespendet. Aber plötzlich ist das Geld weg! Könnte jemand so abgebrüht sein, von einem kranken Kind zu stehlen? Die Antwort ist: Ja – und er oder sie schreckt nicht vor einem Mord zurück, um die Tat zu vertuschen. Doch in den E-Mails, die innerhalb der Gruppe hin und her gehen, hat sich jemand verraten. Zwischen den Zeilen zeigen die Mitglieder ihr wahres Gesicht, denn jeder der Beteiligten verfolgt seine eigenen Ziele, und niemand weiß besser als die Fairway-Players, wie man eine Show abzieht. [Quelle: Rowohlt]

Meine Meinung:
Ich hatte um ehrlich zu sein mit einer anderen Art von Buch und Erzählweise gerechnet. Aber ich wurde positiv überrascht. Wir erfahren die Geschichte aus Sicht von zwei jungen Anwälten, die von ihrem Vorgesetzten viele Ausschnitte, E-Mails, SMS und Protokolle erhalten, um einen Fall zu lösen. Der Mandant ihres Vorgesetzten sitzt seiner Meinung nach unschuldig im Gefängnis und die beiden jungen Anwältinnen sollen dies beweisen.

Die Unterlagen sind chronologisch aufbereitet und so erfahren wir von Anfang an über alle Vorkommnisse. Mittelpunkt ist die Laien-Theatergruppe in einer Kleinstadt. Als dort ein kleines Mädchen an Krebs erkrankt, wollen die Mitglieder ihr Theaterstück nutzen, um Geld für die Behandlung des Mädchen zu sammeln. Neben dem Theaterstück veranstalten sie noch allerhand weiterer Veranstaltungen und geben alles, um die Behandlung des Mädchens zu finanzieren. Die Eltern und Großeltern sind auch Teil der Laien-Gruppe, was alle Mitglieder besonders anspornt, zu unterstützen.

Der Leser erfährt durch die Texte einiges über die einzelnen Mitglieder und es wird schnell klar, dass alle ihre eigenen Probleme haben und das Theater in vielen Fällen der einzige Ort ist, wo sie abschalten und sie selbst sein können. Doch es wird auch schnell deutlich, dass es einige Probleme zwischen den Mitgliedern gibt. Es wird viel gelästert, jeder möchte sich selbst in den Mittelpunkt stellen und zeigen, wie viel er/sie für die Spendenaktion macht und wie besonders ihre eigenen Ideen sind. Es kommt in gewisser Weise zu einem Machtkampf innerhalb der Gruppe, denn jeder will der Beste sein. Doch auch abseits der Spendenaktion erfahren wir viel über die Dynamik der Gruppe. Einige Teilnehmer sind schon länger befreundet, andere sind erst neu dabei. Es wird klar, dass nicht jede Freundschaft gesund ist, besonders wenn die Freundschaft unausgeglichen ist, sprich wenn ein Part mehr investiert als ein anderer.

Der Leser versucht zwischen den Zeilen zu lesen und herauszubekommen, wer hier ein falsches Spiel spielt. Denn schon durch den Klappentext wird deutlich, dass Geld gestohlen und eine Person ermordet wird. Durch die Chatnachrichten der beiden Anwältinnen können wir lesen, dass auch sie immer wieder jemand anderes im Visier haben, abhängig davon, welche Texte sie gerade lesen.

Es handelt sich hierbei um den ersten Roman von Janice Hallett und durch ihre außergewöhnliche Vorgehensweise hat sie etwas ganz Neues geschaffen. Ich mag es, dass die Geschichte nicht einfach nur erzählt wird, sondern dass wir die Geschehnisse und Eigenarten durch Nachrichten erfahren. Das ist eine ganz andere Art der Erzählung und macht das Buch zu etwas Besonderem. Die Auflösung war für mich allerdings ein wenig vorhersehbar, trotzdem hat mir der Krimi gut gefallen.

Fazit:
Wer einmal einen etwas anderen Kriminalroman lesen möchte, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Durch die etwas andere Erzählweise ist das Buch spannend aufgebaut. Ich kann es wirklich nur empfehlen.


Vielen Dank an den  Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Ein Gedanke zu “[Rezension] Mord zwischen den Zeilen – Janice Hallett

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