[Rezension] Ich, Eleanor Oliphant – Gail Honeyman

Hallo meine Lieben,

heute gibt es wieder mal eine Rezension für euch. Diesmal geht es um den Roman Ich, Eleanor Oliphant aus dem Bastei Lübbe Verlag, welches ich netterweise von NetGalley als eBook zur Verfügung gestellt bekommen habe. Danke dafür!

Titel: Ich, Eleanor Oliphant
Autor: Gail Honeyman
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 528 Seiten
ISBN: 978-3-431-03978-8
Preis: 20,00 €

ich Eleonor Oliphan

Klappentext:

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen. [Quelle: Bastei Lübbe Verlag]

Meine Meinung:

Dieses Buch ist mal etwas ganz anderes und doch habe ich Eleanor direkt ins Herz geschlossen. Sie lebt für sich allein, in ihrer eigenen Welt, mit wenig Bezug zur Außenwelt. Sie geht zwar arbeiten und auch einkaufen. Aber da hört es auch schon auf mit den Gemeinsamkeiten zu anderen Menschen. Ihr fällt es sehr schwer, sich in normalen Situationen angemessen zu verhalten. Und sei es nur, Kleidung einkaufen zu gehen oder mit Kollegen zu sprechen. Als sie sich dann aber auf einem Konzert verliebt, will sie ihr Leben ändern. Schritt für Schritt kommt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus und passt sich ihrer Umwelt an. Aber trotzdem ist sie noch immer Eleanor. Eine Person, die keine Anspielung oder Sarkasmus versteht, die jedes Wort auf die Goldwaage legt. Doch trotzdem ist sie ein herzensguter Mensch, dem in der Vergangenheit Schreckliches widerfahren ist und der nun einfach versucht, zu überleben. Das Leben ist nicht einfach. Das weiß Eleanor aus eigener Erfahrung. Und trotzdem versucht sie mit ihren eigenen Mitteln, aus ihrem Kokon auszubrechen und in der Realität Fuß zu fassen.

Ihre Kindheit war alles andere als rosig. Sie ist von Heim zu Heim, von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gezogen, bevor sie mit 17 Jahren eine eigene Sozialwohnung beziehen darf. Seitdem lebt sie in dieser Wohnung. Gemeinsam mit ihrer Pflanze Polly, mit der sich Eleanor immer wieder unterhält. Manchmal ist sie die einzige „Gesprächspartnerin“ innerhalb mehrerer Tage. Es scheint also nicht verwunderlich, dass sie sich schlecht in andere Menschen hineinversetzen und sie verstehen kann. Denn sie hat nie gelernt, sich mit ihren Mitmenschen auszutauschen. Sie war fast ihre gesamte Kindheit und Jugend auf sich allein gestellt und kann deshalb nur sehr schwer mit anderen Menschen interagieren.

Doch durch die (indirekte) Hilfe ihres Arbeitskollegen Raymond lernt Eleanor nach und nach die Gepflogenheiten im Umgang mit anderen Menschen und beginnt, diesen Austausch und die Präsenz von Raymond zu genießen und in ihren eigenen Alltag zu integrieren. Und das, obwohl er ihren Tagesablauf durch seine bloße Existenz durcheinanderbringt. Denn normalerweise läuft bei ihr jeder Tag gleich ab. Diese Strukturen bringen ihr Halt. Halt, auf den sie angewiesen ist. Montag bis Freitag geht sie tagsüber arbeiten, verlässt die Arbeit um Punkt 17 Uhr, geht nach Hause, löst Kreuzworträtsel oder hört verschiedene Sendungen im Radio an. Das Wochenende scheint sie fast nur mit Wodka überstehen zu können. Sie betrinkt sich und verschläft die restlichen Stunden. Und wieder beginnt eine neue Woche.

Beim Lesen musste ich mehrfach innehalten. Eleanor und ihr Schicksal haben mich wirklich berührt und mitgenommen. Ich hatte Mitleid mit ihr. Vor allem weil durch ihre Erzählung klar wird, wie wenig Augenmerk auf die Kinder gelegt wird, die in ihrer Kindheit etwas Schlimmes erlebt haben und wie wenig darauf geachtet wird, dass sie in geregelte Bahnen zurück kommen. Da die Geschichte in Ich-Form erzählt wurde, ist der Leser bei wirklich jedem Gedanken der Protagonistin dabei. Und Eleanor hat zwischendurch wirklich gruselige und beängstigende Gedanken. Doch genau das macht dieses Buch aus. Es bringt nichts, die Situationen zu beschönigen.

Auch wenn ich mich anfangs etwas schwer getan habe, in die Geschichte rein zukommen, hat mich das Buch dann doch noch gefesselt. Ich bin froh, dass ich es nicht zwischendurch einfach zur Seite gelegt, sondern einfach weitergelesen habe. Denn der Charme des Buches und vor allem auch der Charme Eleanors kommt erst nach einiger Zeit und dann schließt man beide ins Herz. Ich möchte gar nicht weiter auf die einzelnen Situationen eingehen, kann aber sagen, dass mehr hinter dieser Geschichte steckt als anfangs gedacht.

Fazit:

Dieses Buch hat es wirklich in sich und ist gespickt mit vielen wichtigen Themen, die manchmal einfach unter gehen. Auch, wenn Eleanor nicht von Anfang an mit ihrem Charme überzeugt, möchte man sie zwischendurch am liebsten einfach fest in den Arm nehmen. Auch wenn sie das wahrscheinlich nicht will oder nicht versteht, warum man das jetzt machen möchte 😉 Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, diese Geschichte lesen zu dürfen!

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