[Rezension] Mein schlimmster schönster Sommer – Stefanie Gregg

Hallo meine Lieben,

heute gibt es wieder eine Rezension für euch. Vielen Dank an den Aufbau-Verlag, dass sie mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben ❤

Titel: Mein schlimmster schönster Sommer
Autor: Stefanie Gregg
Verlag: Aufbau-Verlag
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-7466-3321-3
Preis: 9,99€

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Klappentext:

Isabel kommt aus dem Krankenhaus zurück: die Diagnose ist niederschmetternd. Ein Tumor. Männerfaustgroß. Mitten in ihrem Körper. Wie es weitergeht, wird sie erst in zwei Wochen erfahren. Aber wie wartet man auf sein Todesurteil oder seine Lebenschance? Die sonst so rationale Isabel macht etwas, was sie noch nicht getan hat: spontan sein. Auf dem Rückweg vom Krankenhaus kauft sie kurzentschlossen einen alten VW-Bus und bricht auf. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt es anders. Es ist eine Reise, bei der sie Abschied vom Leben nimmt und ein ganz neues beginnt. [Quelle: Klappentext Aufbau Verlag]

Meine Meinung:

Bisher habe ich noch nie etwas von Stefanie Gregg gelesen. Aber mich hat das farbenfrohe Cover direkt angesprochen. Als ich dann ein wenig recherchiert und herausgefunden habe, dass Gregg ursprünglich aus der Krimi-Sparte kommt, hat mich das Buch noch neugieriger gemacht. Die Geschichte klingt traurig schön – eine gute Kombination für Zwischendurch und so habe ich mich direkt ans Lesen gemacht, nachdem das Buch im Briefkasten gelandet ist. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wir lernen eine klar strukturierte Businessfrau kennen, die eine tragische Diagnose erhält, welche ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Wie geht man am besten damit um? Mit wem spricht man darüber? Wie will man die letzte Zeit nutzen? Wer darf in der Zeit an ihrer Seite stehen? All diese und viele weitere Fragen gehen Isabel nach der Diagnose durch den Kopf.

Doch anstatt einen klar strukturierten Plan aufzustellen, handelt sie sehr spontan und impulsiv. Sie verschwindet. Will ihrem Schicksal entgehen und einfach nochmal unbeschwert leben. Dass sie dabei sehr viel mehr über sich selbst und ihr Dasein lernen wird, damit scheint sie am Anfang nicht zu rechnen. Denn bevor sie München auch nur verlassen wird, lernt sie Rasso kennen. Einen jungen Mann mit Rasta-Locken und äußerlich erstmal das totale Gegenteil von ihr. Doch genau das scheint ihn interessant zu machen. Sie will sich seinen VW-Bus ausleihen, um eine Reise zu machen. Ihr Ziel: unbekannt. Doch letztlich kommt alles ganz anders und gemeinsam mit Rasso (und weiteren Wegbegleitern) verbringt sie die kommenden Tage und lernt sich viel besser kennen als bisher. Isabel realisiert, dass sie weit mehr ist als nur die erfolgreiche Businessfrau, die zu Hause in ihrem perfekten Haus mit ihrem perfekten Freund wohnt, teure Reisen unternimmt und sonst rund um die Uhr arbeitet. Während der Reise mit Rasso denkt sie vor allem sehr viel über ihre Beziehung und ihre Erwartungen an sich selbst nach. Sie reflektiert ihr Verhalten und ihre letzten Jahre und realisiert, dass sie ihre Prioritäten falsch gesetzt hat.

Von Seite zu Seite wird der Leser mit auf die Reise zu ihrem Inneren genommen. Wir können beobachten, wie sie sich langsam aber sicher in die Person entwickelt, die sie immer sein wollte und die einfach nur das Leben lebt, das ihr gegeben wurde. Gregg hat es geschafft, dass man als Leser mitfiebert und hofft, dass Isabel all das schafft, was sie sich vorgenommen hat.

Ihr Freund George ist mir leider von Anfang an sehr unsympathisch. Er ist der Typ Mann, der von morgens bis Nachts arbeitet, in seiner Freundin nur eine Weggefährtin sieht, die die gleichen Interessen haben muss. Kinder? Ehe? Vollkommen ausgeschlossen. Urlaub? Eher spontan, er kann aber auch wegen einem wichtigen Fall abgeblasen werden. Beistand bei einer schlimmen Diagnose? Fehlanzeige. Dadurch, dass die Kapitel sowohl aus Isabels als auch aus Georges Sicht erzählt werden, können wir zwar eine Entwicklung bei ihm feststellen. Trotzdem scheint er nicht zu verstehen, dass Isabel ihn in dieser Situation an ihrer Seite braucht.

Rasso ist mir direkt sehr sympathisch. Er wirkt von Anfang an etwas verplant, aber das macht ihn liebenswert. Gemeinsam mit Isabel macht er sich auf eine Reise ohne so recht zu wissen, wo es hingehen soll. Aber er ist ein offener Mensch, der sich allen Gegebenheiten anpasst und auch mal spontan auf einen Parkplatz fährt und für Isabel Gitarre spielt und singt (das klingt romantischer als es war 😀 ). Er ist der Typ Mensch, den man nachts anrufen kann, egal in welcher Situation. Und der sich ohne zu fragen auf den Weg macht, um zu dir zu fahren. Solche Menschen braucht man an seiner Seite.

Das Buch hat mir im Großen und Ganzen wirklich gut gefallen. Aber mir waren die letzten Kapitel zu schnelllebig und überstürzt. Auf mich hat es etwas gehetzt gewirkt. Und das habe ich sehr schade gefunden. Ich habe mir ein kleines bisschen mehr Rast gewünscht. Auch wenn mich das Ende wieder zu Tränen gerührt hat.

Alles in allem war es ein wirklich ansprechendes Buch und eine tolle Geschichte. Gregg’s Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Toll fand ich auch, dass wir abwechselnd die Sicht von Isabel und George erfahren. Das hat alles ein wenig aufgelockert und hat der Geschichte wirklich gut getan. Von mir gibt es 4-herzen

Eure Sandra ❤

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8 Gedanken zu „[Rezension] Mein schlimmster schönster Sommer – Stefanie Gregg

  1. Haha wie Grundverschieden meinen seinen können 😁 meine Rezi ist das komplette Gegenteil von deiner… ich hab das Buch nicht einmal zuende gelesen 🤔😱 wieso? Kannst du bei mir nachlesen 😂 aber ich hab meine Gründe… auch wenn diese scheinbar keiner mit mir teilt 😏

    Gefällt 2 Personen

  2. Hey Nana!
    Schöne Rezension 🙂 Leider klingt es nicht nach einem Buch für mich. Solche Bücher, in denen der Protagonist Krebs hat und seine „letzte Reise“ antritt gibt es ziemlich viele und inzwischen verdrehe ich mur noch die Augen wenn ich im Klappentext „Krebs“ und „roadtrip“ lese. Für mich klingt das einfach zu unrealistisch. Denn die meisten Menschen die ich kenne und mit Krebs oder einem Tumor diagnostiziert wurden, hatten nei die Chance ein Roadtrip zu machen. Für die hies es gleich operieren oder Chemo. Oft beides nacheinander. Deshalb sind mag ich persönlich solche Bücher nicht. Ich finde es aber wundervoll, wenn sie andere Leser ergreifen können und die Schönheiten des Lebens aufzeigen.
    Liebste Grüsse
    Julia

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Julia,
      ich kann deine Einstellung demgegenüber auf jeden Fall verstehen. Ich bin oftmals auch sehr skeptisch, was diese Bücher angeht. Trotzdem war die Herangehensweise wirklich sehr schön und meiner Meinung nach wirklich etwas anderes. Und es hat mich wirklich abgeholt.
      Aber ich kann wie gesagt sehr gut verstehen, was du damit meinst 😉
      Ganz liebe Grüße
      Sandra

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