[Rezension] Spinster Girls. Was ist schon typisch Mädchen? – Holly Bourne

Vor zwei Wochen ist schon meine Rezension zum ersten Teil der Spinster Girls erschienen. Ihr findet sie HIER. Heute möchte ich euch den zweiten Teil vorstellen, Was ist schon typisch Mädchen? 

Titel: Spinster Girls. Was ist schon typisch Mädchen?
Autorin: Holly Bourne
Übersetzung: Nina Frey
Verlag: dtv Verlag
Seitenzahl: 416 Seiten

Was ist schon typisch Mädchen

Klappentext:
Alles, was Lottie will, ist die Welt zu verändern. Dafür startet sie ein Experiment: Einen Monat lang möchte sie mit ihren Freundinnen auf ihrem Vlog auf jede sexuell diskriminierende Situation aufmerksam machen, die ihnen im Alltag widerfährt. Ebenso wichtig ist Lottie aber das Vorstellungsgespräch an der Eliteuni Cambridge, auf das sie sich schon seit Jahren vorbereitet. Und dann ist da auch noch Will, der sie tagtäglich auf die Palme bringt. Hat sie sich zu viel vorgenommen? [Quelle: dtv Verlag]

Meine Meinung:
Auch dieses Buch hat mich wieder beeindruckt. Im Mittelpunkt steht diesmal Lottie, die nach einem wirklich beängstigten Vorfall ein unglaubliches Experiment startet: Sie will einen Monat lang jede sexuelle Diskriminierung, egal welcher Form, thematisieren und ihren Gegenüber zeigen, dass das, was gerade passiert ist, nicht okay ist.

Ausgangspunkt ist die folgende Situation, die sie morgens auf dem Weg zur Schule mit Bauarbeitern durchmachen musste:

[…] Jetzt hatte ich einen Mann vor und einen hinter mir. Ich war gefangen. Kaum Platz, ihnen auszuweichen. Der Typ, der mir von vorne den Weg verstellte, sprach als Erster.
„Siehst du aber sexy aus mit diesem roten Lippenstift“, sagte er mit einer so lüsternen Stimme, dass es mich schauderte.
Ach ja. Hab ich vergessen zu erzählen. Ich trug roten Lippenstift. BIN ICH JETZT SCHULD?

In dem Monat, den wir Lottie begleiten, deckt sie viele sexuelle Diskriminierungen auf. Und genau das ist so erschreckend. Der Alltag einer jungen Erwachsenen oder einer Frau ist nur so von Anspielungen oder leichtfertig getroffenen Aussagen gepflastert. Warum ist das so? Warum ist es selbstverständlich, dass vor allem männliche Schriftsteller im Literaturunterricht angesprochen werden? Warum ist es nicht schlimm, einen vermeintlich lustigen Spruch auf Kosten der weiblichen Bevölkerung zu bringen? Warum werden junge Frauen, die sich figurbetont kleiden oder gerne Sex haben, als Schlampen bezeichnet? Warum gibt es für Männer, die genauso handeln, keinen abwertenden Begriff? Und warum wird das alles von der Gesellschaft akzeptiert?

Dieses Buch deckt so vieles auf und ich konnte bei so vielen Situationen einfach nur nicken. Und habe mich für unsere Gesellschaft geschämt. Ich möchte nicht behaupten, dass ich hier unfehlbar bin. Das ist es nicht. Aber das größte Problem ist, dass viele Sprüche und Handlungen einfach akzeptiert werden. Und das, ohne darüber nachzudenken, warum das so ist und warum es nicht geändert wird.

Lottie ist eine unglaublich starke junge Frau, die für ihre Rechte und für ihr Geschlecht einsteht. Und das ist wirklich bewundernswert. Sie stellt sich mit ihrer Aktion gegen ihre Eltern, die der Meinung sind, dass sie das letzte Schuljahr besser nutzen und für ihre Prüfungen lernen sollte, um ohne Probleme nach Cambridge gehen zu können. Und die vor allem nicht verstehen wollen, worum es Lottie geht. Doch Lottie ist es egal. Und gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie ihre Aktion in die Tat um. Und dabei muss sie vor allem von ein paar Mitschülern mit großem Gegenwind rechnen. Aber das hält sie nicht davon ab. Sie hat sogar ihren Mitschüler Will dazu gebracht, dass er sie täglich mit seiner Kamera begleitet und auf YouTube Vlogs veröffentlicht. Die Kampagne zieht immer größere Bahnen und wird letztlich auch in der Presse thematisiert. Dass das für Lottie nicht einfach ist, geht vor allem aus der zweiten Hälfte des Buches sehr stark heraus. Aber genau diesen Teil fand ich besonders gut gelungen. Es zeigt, dass es für Lottie nicht nur einfach ist, ihre Meinung laut zu äußern. Vor allem durch den Gegenwind verschiedener Menschen zweifelt sie mit der Zeit an ihrer Kampagne bzw. an der Art der Umsetzung.

Holly Bourne hat auch mit diesem zweiten Teil wieder eine unglaubliche Geschichte geschaffen, die mir fast noch ein bisschen besser gefällt als der erste Teil. Wobei man die beiden vielleicht auch gar nicht so gut vergleichen kann. Aber beide Teile sind so wichtige Bücher und ich bin schon sehr gespannt auf den dritten Teil der Reihe, der im Sommer erscheinen wird.

Fazit:
Auch hierbei handelt es sich um ein absolutes Must Read. Es ist ein unglaublich wichtiges Thema, welches im Alltag viel zu oft einfach untergeht oder nicht ernst genommen wird. Aber Frauen sollten nicht einfach immer nur alles akzeptieren, sondern ihre Stimme erheben, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Bourne macht das vor allem in diesem Band sehr deutlich!

 

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2 Gedanken zu “[Rezension] Spinster Girls. Was ist schon typisch Mädchen? – Holly Bourne

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